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Ziegeleiwäldchen: Naturschutz und nachhaltige Holznutzung Seite an Seite


Stadt Schlitz und HessenForst informieren mit neuen Infotafeln über die Bedeutung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung

Wer durch das Ziegeleiwäldchen spaziert, kann künftig nicht nur die besondere Atmosphäre des Waldes genießen, sondern auch mehr über seine Geschichte und die nachhaltige Bewirtschaftung erfahren. Gemeinsam mit HessenForst hat die Stadt Schlitz neue Infotafeln aufgestellt, die Waldbesucherinnen und Waldbesuchern die Zusammenhänge zwischen Naturschutz, Holznutzung und Artenvielfalt näherbringen.

Ein Wald mit Geschichte

Das Ziegeleiwäldchen wurde im Jahr 1864 durch den Gärtner Wimmer als Erweiterung des Landschaftsparks für den Grafen von Schlitz angelegt. Heute befindet sich das rund 20.000 Quadratmeter große Waldstück im Eigentum der Stadt Schlitz und beherbergt einen artenreichen Baumbestand. Bergulmen, Berg- und Spitzahorn, Douglasien, Rot- und Hainbuchen sowie rund 160 Jahre alte Eichen prägen das Bild des Waldes. Bis heute ist das Ziegeleiwäldchen ein beliebtes Ziel für Spaziergängerinnen und Spaziergänger sowie Radfahrer.

Lebensraum und Rohstoff zugleich

Die alten Bäume im Ziegeleiwäldchen bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum. Bäume mit besonderen Strukturen, etwa Baumhöhlen oder Horsten, werden als sogenannte Habitatbäume ausgewiesen und mit einem blauen „H“ markiert. Sie verbleiben bis zu ihrem natürlichen Zerfall im Bestand und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Gleichzeitig entstehen im Ziegeleiwäldchen hochwertige Hölzer. Einige der alten Eichen zeichnen sich durch besonders gerade und astfreie Stämme aus und zählen zum sogenannten Wertholz.

„Wir sprechen bei diesem Holz von Wertholz“, erklärt Försterin Lisanne Voges vom Forstamt Burghaun. „Das langsam gewachsene Holz ist für hochwertige Möbel und Furniere sehr gefragt, weil es sich durch seine Festigkeit und Dauerhaftigkeit auszeichnet.“ Eine besonders hochwertige Eiche erzielte bei der Versteigerung im vergangenen Winter einen Erlös von rund 2.200 Euro.

Revierleiterin Anne Reichert ergänzt: „Hier im Ziegeleiwäldchen zeigt sich, wie nachhaltige Holznutzung und Naturschutz auf kleiner Fläche Seite an Seite stattfinden können.“

Wissen direkt vor Ort vermitteln

Die neuen Infotafeln wurden vom Forstamt Burghaun in enger Abstimmung mit der Stadt Schlitz konzipiert. Der Bauhof der Stadt Schlitz fertigte die Holzrahmen an und übernahm die Aufstellung der Schilder vor Ort.

„Mit den neuen Infotafeln möchten wir den Menschen den Wald und seine Zusammenhänge noch näherbringen. Wir freuen uns sehr, dieses Projekt gemeinsam mit HessenForst umsetzen zu können. Das Ziegeleiwäldchen und der Weg werden dadurch zusätzlich aufgewertet und laden dazu ein, den Wald bewusst zu entdecken. Gleichzeitig schaffen wir Verständnis dafür, wie Naturschutz und nachhaltige Waldbewirtschaftung Hand in Hand gehen. Unser Wald ist ein wertvoller Lebensraum und Erholungsort, den wir auch für kommende Generationen erhalten möchten“, sagt Bürgermeister Heiko Siemon.