Nach den schweren Sturmschäden im Schlitzer Schlosspark haben zu Beginn dieser Woche die umfangreichen Aufräumarbeiten begonnen. Nachdem zunächst die Freiräumung wichtiger Rad- und Verkehrswege im Stadtgebiet im Mittelpunkt stand, genießt der Schlosspark nun eine hohe Priorität bei den Arbeiten des städtischen Bauhofes.
Enge Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde
Die Arbeiten im Schlosspark erfolgen in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde. Bereits am vergangenen Freitag fand hierzu ein erster gemeinsamer Begehungstermin statt. Dabei wurde das weitere Vorgehen im stark betroffenen Baumbestand besprochen.
Oberstes Ziel ist es, keine Bäume unnötig zu fällen. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass weitere Fällungen notwendig sein werden. Dies betrifft insbesondere Bäume, die bereits erkrankt waren oder durch den Sturm so stark beschädigt wurden, dass von ihnen eine Gefahr ausgeht beziehungsweise ein dauerhafter Erhalt nicht mehr möglich ist. Mit diesen Arbeiten könnte bereits in der kommenden Woche begonnen werden.
Eine wichtige Grundlage für die Beurteilung des Baumbestandes bildet das regelmäßig gepflegte Baumkataster des städtischen Bauhofes. Dadurch verfügt die Stadt über eine gute Dokumentation, welche Bäume an den jeweiligen Standorten vorhanden waren und in welchem Zustand sie sich vor dem Sturm befanden.
Holz soll möglichst sinnvoll weiterverwendet werden
Auch bei der Verwertung des angefallenen Holzes verfolgt die Stadt einen differenzierten Ansatz. Äste und kleinere Holzreste sollen überwiegend zu Hackschnitzeln verarbeitet werden. Geeignete Baumstämme können als Brennholz verwertet werden. Hochwertiges Holz soll dagegen nach Möglichkeit erhalten und einer besonderen Verwendung zugeführt werden.
Denkbar ist beispielsweise, aus dem Holz einzelner Bäume Erinnerungsstücke oder Gegenstände wie Holzbrettchen anzufertigen. Auch eine Verwendung für neue Sitzgelegenheiten im Schlosspark ist vorstellbar. Die Erlöse aus der Verwertung des Holzes sollen wiederum der Aufforstung und zukünftigen Gestaltung des Schlossparks zugutekommen.
Aus der Bürgerschaft haben die Stadtverwaltung bereits zahlreiche weitere Ideen und Vorschläge zur Verwendung des Holzes erreicht. Diese sollen gesammelt und zu gegebener Zeit geprüft werden. Aktuell hat jedoch zunächst die sichere Beseitigung der Sturmschäden oberste Priorität.
Bei der späteren Verwendung des Holzes soll auch berücksichtigt werden, wie an den früheren Schlosspark und den einschneidenden Sturmtag erinnert werden kann.
Wiederaufbau wird langfristige Aufgabe
Parallel zu den Aufräumarbeiten beginnt der Blick auf die Zukunft des Schlossparks. Wie dieser langfristig gestaltet und wiederaufgebaut werden kann, soll in den kommenden Wochen und Monaten intensiv beraten werden. Dabei gibt es unter anderem Überlegungen, historische Unterlagen zur früheren Gestaltung des Parks auszuwerten und fachliche Unterstützung durch einen Parkplaner einzubeziehen.
Darüber hinaus soll geprüft werden, ob Samen besonderer, nicht heimischer Bäume aus dem bisherigen Bestand gesammelt und für spätere Neuanpflanzungen genutzt werden können. Gleichzeitig soll bei der Auswahl neuer Bäume verstärkt auf klimaresistente Arten gesetzt werden.
Erste größere Neuanpflanzungen sind nicht vor dem Frühjahr 2027 vorgesehen. Auch die weitere Planung und Aufforstung soll in engem Austausch zwischen Stadtverwaltung und Unterer Naturschutzbehörde erfolgen.
Bürgermeister Heiko Siemon wird für die Neugestaltung des Schlossparks entsprechende Mittel für den städtischen Haushalt 2027 vorschlagen. Die entstandenen Schäden werden zudem der Versicherung gemeldet. Nach derzeitiger Einschätzung ist allerdings nicht davon auszugehen, dass hieraus größere Erstattungen zu erwarten sind.
Ein städtisches Spendenkonto für den Schlosspark soll nicht eingerichtet werden. Private Initiativen, die beispielsweise die Finanzierung und Anpflanzung einzelner neuer Bäume unterstützen möchten, können ihre Ideen jedoch mit der Stadtverwaltung abstimmen.
„Der Schlosspark wird ein neues Gesicht erhalten“
Für Bürgermeister Heiko Siemon steht fest, dass die Folgen des Sturms das Erscheinungsbild des Schlossparks dauerhaft verändern werden:
„Der Verlust dieser teilweise jahrhundertealten Bäume schmerzt sehr. Viele von ihnen haben das Bild unseres Schlossparks über Generationen geprägt. Nach diesem Sturmtag wird der Park zwangsläufig ein neues Gesicht erhalten. Umso wichtiger ist es, dass wir uns für die weitere Entwicklung die notwendige Zeit nehmen und mit großer Sorgfalt vorgehen.“
Bei allem materiellen Schaden und dem großen Verlust im Baumbestand überwiegt für Siemon jedoch ein anderer Aspekt: „Angesichts der massiven Schäden können wir von großem Glück sprechen, dass keine Menschen verletzt wurden oder sogar ums Leben gekommen sind. Das ist bei allen Bildern, die uns in diesen Tagen beschäftigen, das Wichtigste.“
Sein ausdrücklicher Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des städtischen Bauhofes, die seit dem Sturm mit großem Einsatz an der Beseitigung der Schäden arbeiten. „Unsere Mitarbeiter leisten derzeit unter schwierigen Bedingungen enorme Arbeit. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken. Die Aufräumarbeiten werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Gleichzeitig bilden sie den ersten Schritt auf dem langen Weg, unserem Schlosspark eine neue Zukunft zu geben“, so Siemon abschließend.
Stadt appelliert an die Bevölkerung
Abschließend appelliert die Stadt Schlitz noch einmal ausdrücklich an alle Bürgerinnen und Bürger, die bestehenden Absperrungen auf öffentlichen Grundstücken unbedingt zu beachten und die Privatsphäre der von den Sturmschäden betroffenen Privatgrundstücke zu respektieren. Von einem Betreten der abgesperrten Bereiche sowie privater Grundstücke ist dringend abzusehen.
Auch wenn die unmittelbaren Folgen des Sturms vielerorts bereits beseitigt werden konnten, bestehen weiterhin erhebliche Gefahren. Abgebrochene Äste, die noch in den Baumkronen hängen, sowie beschädigte oder instabile Baumteile können unvermittelt herabstürzen und eine Gefahr für Leib und Leben darstellen.
Die Stadt bittet daher um Verständnis für die notwendigen Absperrungen und darum, diese zum eigenen Schutz konsequent zu respektieren











