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650 Läuferinnen und Läufer machen den Burgenlauf zum Familienfest


Pünktlich um 10 Uhr fiel im Kulturviertel Hahnekiez der Startschuss. Rund 650 Läuferinnen und Läufer, Walkerinnen und Walker machten sich bei bestem Wetter auf die sechs beziehungsweise zehn Kilometer langen Strecken. Dabei stand für viele weniger die persönliche Bestzeit als vielmehr das gemeinsame Erlebnis und der gute Zweck im Vordergrund.

Für zusätzliche Stimmung sorgte bereits vor dem Start die Trommeltruppe Banzai, während DJ Rames die Läuferinnen und Läufer am Streckenrand musikalisch unterstützte. Moderator Andreas Hieke von der Hessenschau führte durch das Laufgeschehen und schickte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schließlich auf die Strecke.

Laufspaß für Groß und Klein

Eine besondere Herausforderung hatte sich für die Organisatoren erst wenige Wochen vor dem Burgenlauf ergeben. Aufgrund der schweren Sturmschäden und der damit verbundenen Sperrung des Schlossparks musste insbesondere die Zehn-Kilometer-Strecke kurzfristig neu geplant werden. Gemeinsam mit Stadtverwaltung, Feuerwehr und Kinderkrebshilfe wurde eine alternative Streckenführung in Richtung Bernshausen entwickelt.

Die kurzfristige Umplanung erwies sich am Veranstaltungstag als gelungen. Aus den Reihen der Läuferinnen und Läufer gab es viel positives Feedback für die neue Streckenführung.

Ein weiteres sportliches Highlight folgte um 13 Uhr mit dem Bambini-Lauf, der gemeinsam von der frisch gewählten Miss Slitisa Laura Kreuzer, der Schlitzerin Farina Siemon und der jungen Feldhockeyspielerin Annika Wein eröffnet wurde. Knapp 100 Nachwuchsläuferinnen und Nachwuchsläufer gingen anschließend, angefeuert von Eltern, Großeltern und zahlreichen Besucherinnen und Besuchern, auf die rund einen Kilometer lange Strecke und sorgten für viele strahlende Gesichter.

Bürgermeister Heiko Siemon zeigte sich mit dem gesamten Veranstaltungstag sehr zufrieden: „Der Burgenlauf hat einmal mehr gezeigt, welches Potenzial das Kulturviertel Hahnekiez für solche Veranstaltungen bietet. Die notwendige Infrastruktur ist vorhanden und viele Dinge lassen sich inzwischen unkompliziert umsetzen. Vor allem aber haben an diesem Tag wieder viele Vereine, Organisationen, Helferinnen und Helfer gemeinsam dafür gesorgt, dass hier ein tolles Familienfest entstehen konnte und dies für einen guten Zweck“

Läuferparty wird zum Familienfest

Mit dem Ende der Läufe war im Hahnekiez noch lange nicht Schluss. Rund um den Burgenlauf entwickelte sich eine Läuferparty für die ganze Familie. Für die musikalische Unterhaltung sorgten die beiden Schlitzer Bands Just4Fun und Crazy Train.

Auch kulinarisch war für ein abwechslungsreiches Angebot gesorgt. Die TSG Schlitzerland übernahm die Getränkeversorgung, der FSV Pfordt bot Pommes und Bratwurst an und bei den Schlitzer Landfrauen gab es Kaffee und Kuchen. Peet's Coffee & Bar sowie das neu eröffnete Brauhaus Hahnekiez ergänzten das gastronomische Angebot.

Zahlreiche Helferinnen und Helfer aus den beteiligten Vereinen, der Feuerwehr, der Polizei, der Stadtverwaltung und dem Bauhof trugen zum reibungslosen Ablauf des Tages bei und machten den Burgenlauf einmal mehr zu einer Gemeinschaftsleistung.

Kinderkrebshilfe bleibt das Herz des Burgenlaufs

Bei aller Freude über die sportliche Beteiligung und das gelungene Familienfest blieb der eigentliche Zweck des Burgenlaufs stets im Mittelpunkt. Die Startgelder kommen der Kinderkrebshilfe Schlitz zugute, die sich seit mehr als 35 Jahren für an Krebs erkrankte Kinder und deren Familien engagiert.

550 Voranmeldungen waren bereits vor dem Veranstaltungstag eingegangen, rund 100 weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer meldeten sich am Sonntagmorgen vor Ort an.

Für Dieter Hämmelmann, Erster Vorsitzender der Kinderkrebshilfe Schlitz, ist die reine Teilnehmerzahl jedoch nicht das Entscheidende: „Ob am Ende 1.000 oder 600 Menschen mitlaufen, ist für uns nicht das Wichtigste. Entscheidend ist, dass wir gemeinsam auf die Situation krebskranker Kinder aufmerksam machen und mit dem Burgenlauf ganz konkret helfen können.“

Wie wichtig diese Unterstützung ist, verdeutlichte Hämmelmann auch mit Blick auf die Entwicklung der Heilungschancen. Während zu Beginn seines Engagements noch etwa die Hälfte der erkrankten Kinder verstarb, können heute rund 80 Prozent geheilt werden. Doch auch die verbleibenden 20 Prozent seien weiterhin zu viel.

Annika Wein macht Mut

Besonders eindrucksvoll wurde die Bedeutung dieser Arbeit am Nachmittag durch den Besuch von Annika Wein sichtbar. Bei der jungen Feldhockeyspielerin aus Rodenbach wurde im Alter von elf Jahren Knochenkrebs diagnostiziert. Im Verlauf ihrer Behandlung musste ihr rechter Unterschenkel einschließlich des Kniegelenks amputiert werden. Zudem wurden Tumore aus ihrer Lunge entfernt.

Doch Annika Wein kämpfte sich zurück in den Sport. Seit 2022 steht sie wieder mit einer Beinprothese auf dem Hockeyfeld und spielt für den 1. Hanauer THC gemeinsam mit nichtbehinderten Mitspielerinnen.

Mit ihrer offenen Art, über ihre Erkrankung und ihren Weg zurück in den Alltag und den Sport zu sprechen, macht sie anderen Menschen Mut. Ihr Besuch beim Burgenlauf führte zugleich eindrucksvoll vor Augen, warum die Unterstützung der Kinderkrebshilfe und der medizinischen Forschung so wichtig bleibt.

So endete ein Burgenlauf, bei dem sportliche Leistungen zwar ihren Platz hatten, an dem aber etwas anderes deutlich wichtiger war: gemeinsam unterwegs zu sein, Gemeinschaft zu erleben und mit jedem gelaufenen Kilometer einen Beitrag für krebskranke Kinder und ihre Familien zu leisten.