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Jens Rausch - ECHOs in der Burgengalerie


    Bereits zur Neueröffnung des Hahnekiezes gab es in der dortigen Burgengalerie eine Ausstellungs-Premiere mit Werken von Jens Rausch. Nun präsentiert der Künstler aus Schlitz in der bereits angekündigten Folgeausstellung unter dem Titel „ECHOs“ ausgewählte Werke aus seinen wichtigsten Werkserien.

    Ein Echo ist naturgemäß das Ergebnis seines Gegenübers und verweist auf seinen Ursprung: als Widerhall hat es seinen Auslöser, vergleichbar mit dem Wechselspiel zwischen dem Künstler und der zu erschaffenden Arbeit, den Besuchenden und dem Werk, den Dialog der Kunstwerke mit- und untereinander; und natürlich die rezipierte Empfindung am und durch das Werk selbst. Alles verbindet sich in diesem Zusammenhang in der neuen Kunst-Halle der Burgengalerie auf faszinierende Art.

    Jens Rausch bezieht sich vor allem auf die inhaltlichen und prozesshaften Ergebnisse seiner Werke, die damit gleichsam zu Echos unserer Zeit werden. Die ausgelösten materiellen Prozesse seiner künstlerischen Arbeit führen ihn zu einem beständig wechselseitigen Dialog und bergen damit einen eingefangenen Zeitgeist in sich, der sich im jeweiligen Werk widerspiegelt. So thematisieren die Arbeiten aus der Werkserie BERGEn beispielsweise die materiellen Erosionsprozesse der Gebirge durch klimatischen Wandel. In seinen Forstarbeiten, die noch unmittelbaren menschlichen Eingriffe: denn insbesondere die Waldgebiete in Deutschland leiden bekanntermaßen – wie fast überall auf der Welt – unter den sich rasant verändernden klimatischen Bedingungen: Dürresommer, Brände und auch ein auf wirtschaftliche Interessen ausgelegter Nutzbestand in Monokultur zeigen Wälder ohne ausreichende Resilienz. Rausch greift diese Sujets vor allem dazu auf, um daran Prozesse, Strukturen, Zerfall, Materialeigenschaften und natürliche Kreisläufe auszubilden.

    Seine Bilder sind dabei immer auch Materialwerke: bestehen seine Berg-Werke aus mineralischen Materialien, die er auf- und teils wieder abschichtet, auswäscht oder erodieren lässt, so sind es in seinen neuesten Forstarbeiten jene 'wäldischen' Materialien wie z.B. Asche, Ruß, Bitumen oder Erden. Also jene, die dem Sujet am ehesten entsprechen. Aus diesem Substrat, das der Künstler auf den jeweiligen Bildträgern anlegt, erwachsen seine Wälder; die Betrachtenden schauen hier also nicht nur in einen Wald, sondern gleichermaßen auch auf einen Wald.

    Und obwohl sich Jens Rausch selbst als Maler versteht, verlässt sein künstlerisches Handeln immer wieder die klassischen Ansätze der Malerei: Seine Wälder und Berge sind weniger gemalt als vielmehr gemacht. Und ganz im Sinne einer wahren Durchforstung und Erosion, geht er mit teils scharfen Werkzeugen in die jeweiligen Materialstrukturen: kratzt, schürft, durchschlägt und durchforstet in einer Art 'kreativen Zerstörung' die jeweiligen Oberflächen. Das Werk wird wortwörtlich ausgelichtet bzw. zu Tage gebracht, werden zu einem Widerhall unseres eigenen Tuns und Seins und lassen uns erkennen, wie wir uns in unserer Mitwelt aktuell zu verorten scheinen...

    Andreas Herrmann

    Mehr unter der Webseite des Künstlers: www.jensrausch.de

    Bürgermeister Heiko Siemon zeigt sich erfreut über Ausstellung: „Es ist mir eine große Freude, dass die Kunst im Hahnekiez Einzug hält und wir mit der Ausstellung von Jens Rausch einen solch renommierten Künstler willkommen heißen dürfen.“

    Öffnungszeiten der Ausstellung:

    Samstag: 1. Juni von 15.00 – 17.00 Uhr

    Sonntag: 2. Juni von 15.00 – 17.00 Uhr

    Samstag: 8. Juni von 15.00 – 17.00 Uhr

    Sonntag: 9. Juni von 9.00 – 18.00 Uhr (Europawahl)

    Mittwoch: 5. Juni von 18.00 – 20.00 Uhr

    Montag: 10. Juni von 18.00 – 20.00 Uhr

    sowie nach Vereinbarung - jensrausch@yahoo.de

    Der Eintritt zur Ausstellung ist an allen Tagen frei!