Sonntag, 21. März 1926 – ein historisches Datum. In der Burgenstadt feierte man die Eröffnung des ersten Schlitzer Heimatmuseums. Ein Jahrhundert später lädt nun das heutige Burgmuseum in der Vorderburg Bürger und Touristen ein, sich ein Bild über dessen reichhaltige Sammlung zu machen und historische Exponate aus dem städtischen, ländlichen sowie gräflichen Leben der Stadt und des Schlitzerlandes zu bestaunen.
Mit einem Festakt fand die Einweihung des neuen Museums in den Räumlichkeiten der Hinterburg, damals unter dem Namen Schlitzer Heimatmuseum, statt. Die Initiative zur Gründung des Museums ging von Oberpfarrer Knodt unter Mitwirkung der Lehrer Sommer und Altstadt aus. Zahlreiches Publikum nahm an der Feierlichkeit teil: die gräfliche Familie, der Bürgermeister und der Stadtrat, Vertreter des Kreises, Abordnungen der Vereine, die Lehrerkollegien der beiden Schlitzer Schulen.
In seiner Begrüßungsrede führte Oberpfarrer Knodt Folgendes aus:
„Mit Stolz, dass es keine Landschaft und kein Städtchen gibt, das so ein eigenartiges Gepräge trägt wie Schlitz und das Schlitzerland, können wir heute auf unser neu errichtetes Heimatmuseum blicken. Wenn auch Treue und Zähigkeit der Hessen bekannt ist, so haben doch die Schlitzerländer mit besonderer Liebe und Treue an den Sitten und Gebräuchen der Väter festgehalten. Aber keine Heimatpflege ohne Anschauung ist eine alte pädagogische Forderung. Hier tritt die Aufgabe des Heimatmuseums ein. Es soll sein ein lebendiges Denkmal der reichhaltigen Heimatgeschichte. Besonders unsere Jugend soll es zur Ehrfurcht vor dem geschichtlich Gewordenen erziehen.“
In der 100-jährigen Geschichte des Museums hat sich viel ereignet, das Museum musste mehrere Male umziehen. Seit der Erweiterung im Jahr 2003 firmiert es als Burgmuseum der Stadt Schlitz. Die Ausstellung in den großzügigen Räumen in der Vorderburg präsentiert viele Stücke aus der reichen Geschichte der Stadt und des Schlitzerlandes, vom prähistorischen Fundstück des Abdruckes eines Sclerothorax hypselonotus aus Queck bis zu Haushaltsgeräten aus neuerer Zeit. Wertvolle Möbel, Bilder der Vorfahren, der große Wandteppich sind Schenkungen des Grafenhauses. Die mittelalterlichen Messgewänder aus der evangelischen Kirche sind einzigartig. Webstühle, Trachten, Möbel und Gegenstände des täglichen Lebens zeugen vom Alltag unserer Vorfahren, darunter sind auch Objekte, die heute kaum noch jemand kennt, oder weiß, wie man sie benutzt. Viele Mitbürgerinnen und Mitbürger haben durch Ihre Schenkungen zum Bestand des Museums beigetragen.
In all den Jahren bis heute verantwortet ein Team von Museumsmitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit viel Engagement die Präsentation und Bewahrung der Museumsstücke. Damit wird seit 100 Jahren der Forderung von Oberpfarrer Knodt Folge geleistet. Auch in diesem Jubliäumsjahr wird eine interessante Sonderausstellung präsentiert. Weitere Aktionen im Laufe des Jahres sind in Planung.
Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, neugierig zu sein auf das Alte und Vergangene, das viel erzählen kann.
Nach der Winterpause öffnet das Museum wieder am 4. April 2026 seine Pforten. Zu besuchen ist es von Freitag bis Sonntag in der Zeit von von 14 bis 17 Uhr.








