Geschichte der Stadt Schlitz

Die über zwölfhundert Jahre alte Geschichte von Schlitz ist geprägt vom Miteinander und auch vom Gegeneinander ihrer Bürger und ihre Herren.

Urkundlich wird Schlitz zum ersten Mal erwähnt, als der Mainzer Erzbischof RICHOLF am 20. September 812 auf dem Hügel Slitese eine der Heiligen Margaretha gewidmete Kirche weiht. Mit dem Bau der romanischen Säulenbasilika durch den Fuldaer Abt RATGAR ist die Aufzeichnung eines großen Kirchensprengels verbunden, in der viele Orte der Umgebung erstmalig urkundlich erwähnt werden.

Zum Schutz der Kirchen werden Vögte eingesetzt, die das Gebiet verwalten und die Gerichtsbarkeit ausüben. Etwa um 1100 machen unruhige Zeitläufe eine Befestigung des Hügels notwendig. 1116 und 1118 werden in Schenkungsurkunden des Klosters Fulda ERMINOLDUS DE SLITESE und sein Eheweib GERBIGA als Zeugen genannt. Von diesem Ehepaar führt ein ununterbrochener Stammbaum zu den heutigen Repräsentanten des Schlitzer Adelsgeschlechts, den GRAFEN von SCHLITZ genannt von GÖRTZ, die von 1656 bis 1806 reichsunmittelbare Herren der Stadt Schlitz und der 16 dazugehörigen Dörfer waren.

Mitte des 13. Jahrhunderts erheben sich die fuldischen Lehnsträger gegen den Abt. In ihrem Streben nach mehr Selbständigkeit fallen sie der Strafexpedition des Abtes BERTHO von LEIBOLZ anheim, der 1265 die im Tal des Schlitzflusses gelegene Burg Niederschlitz zerstört. Im Wappen von Stadt und Herrschaft sind die beiden Burganlagen (Niederschlitz und Oberschlitz) durch zwei schrägstehende Zinnenbalken versinnbildlicht.

Infolge dieser Auseinandersetzungen werden die Bewohner des Rings um die Oberburg mit mehr Rechten ausgestattet. Schlitz wird 1418 als (Burg-)“Flecken“ mit eigener Gerichtsbarkeit bezeichnet und 1439 als „Stadt“ genannt. Die Verleihung der Stadtrechte dürfte also zwischen 1418 und 1439 liegen. Eine Stadtrechtsurkunde ist nicht mehr vorhanden. Die mit dem Stadtrecht verbundene Verleihung des Marktrechts im 15. Jahrhundert führt zu einer grundlegenden Veränderung der Baufluchten im Innenstadtbereich. Aus den ehemaligen Befestigungsanlagen werden im Verlauf des 16. Jahrhunderts Wohnburgen, bei deren Ausbau Stadtmauer, Wehrgänge, Zwinger und Wallgraben teilweise beseitigt wurden.

1546 wird in Schlitz erstmalig evangelisch gepredigt. 1563 erhalten die Herren von Schlitz das Kollaturrecht zur Besetzung der in ihrer Herrschaft gelegenen Pfarrstellen, womit die Reformation als eingeführt angesehen werden kann. Dieses Recht behaupten sie erfolgreich sowohl während der 1604 eingeleiteten Gegenreformation als auch im Dreißigjährigen Krieg.

Der Frieden von Münster und Osnabrück 1648 sanktioniert nicht nur de jure die Unabhängigkeit von der Fürstabtei Fulda, er macht auch dem Kriegstreiben ein Ende, das durch Plünderungen, Hungersnöte und durch die Pest (1635) die Bevölkerung der Herrschaft auf ein Drittel dezimiert hatte.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts setzt eine rege Bautätigkeit ein, deren Ergebnisse gegenwärtig maßgeblich das Bild der Schlitzer Innenstadt und ihrer beiden Vorstädte bestimmen. Der Siebenjährige Krieg (1756 - 1763) bringt wieder Not und Elend und wirtschaftlichen Niedergang ins Land.

Die seit alters in Schlitz bestehende Leinenweberei bekommt durch einen 1717 vom Reichsfreiherrn JOHANN von SCHLITZ angeworbenen Damastweber neue Impulse. 1754 gibt es schon etwa 35 Damastwebstühle innerhalb der Stadt. Die Damastweberei erlebt im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts eine Blütezeit, die dann jedoch durch die napoleonischen Kriege jäh unterbrochen wird.

1806 wird die Reichsgrafschaft Schlitz mit der Gründung des Rheinbunds dem Großherzogtum Hessen - Darmstadt zugeordnet. Der Niedergang der Leinenweberei, auch ausgelöst durch die harten Zollgesetze der damaligen Zeit, lässt in den dreißiger und vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts das Schlitzerland zu einem Notstandsgebiet werden.

1832 wird die Standesherrschaft Schlitz dem Oberhessischen Kreis Alsfeld und 1852 dem neu gegründeten Kreis Lauterbach zugeordnet, nachdem Graf KARL die ihm noch zustehende Gerichtsbarkeit 1838 freiwillig abgetreten hatte.

Mit dem Kreis Lauterbach geht Schlitz durch die hessische Gebietsreform 1971 in den Vogelsbergkreis über, der durch Vertrag und Gesetz aus den Kreisen Alsfeld, Lauterbach und dem Stadtbereich Schotten gebildet wurde. Im Rahmen der Gebietsreform schließen sich die Schlitzerländer Gemeinden freiwillig und durch Gesetz zur Großgemeinde Schlitz zusammen, die von rund 10 000 Menschen bewohnt wird.

1 Evangelische Stadtkirche

Die evangelische Stadtkirche, ehemals Sankt Margarethen. Als dreischiffige romanische Säulenbasilika von dem Fuldaer Abt Ratgar erbaut, wurde sie am 20. September 812 vom Mainzer Erzbischof Richolf geweiht. Der Kirche wurde ein großer Sprengel beigegeben, der weit bis in den Vogelsberg und den Knüll und bis vor die Tore von Alsfeld reichte. Der Fuldafluss bildete seine östliche Grenze. Der Grenzbeschreibung dieses Schlitzer Kirchensprengels verdankt eine Reihe von heute bedeutenden Orten ihre erste urkundliche Erwähnung.

Die Kirche in Schlitz ist eine der ältesten steinernen Sakralbauten, die außerhalb des unmittelbaren Fuldaer Klosterbezirks errichtet wurden. Bei ihrer Erbauung und bei der Beschreibung ihres Kirchensprengels haben territoriale Abgrenzungen zum Kloster Hersfeld eine Rolle gespielt.

Die Baugeschichte der Kirche hat den Fachleuten in der Vergangenheit große Rätsel aufgegeben. Bei den letzten Renovierungsarbeiten, die in den Jahren 1963 - 1966 durchgeführt wurden, konnten aber schlüssige Erkenntnisse gesammelt werden, die durch Ergebnisse intensiven Quellenstudiums bekräftigt wurden:

Die ursprüngliche Basilika stand auf der höchsten Stelle des Berges, dem jetzigen Westteil des Kirchenschiffes. Ihr östlicher Abschluss, der sich zwischen den jetzigen Turmpfeilern befunden haben muss, ist durch mehrere Kammergräber zerstört. Etwa in der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts wurde an die Ostseite der Basilika + Turm ein Querbau angefügt, dessen Schmalseiten nicht ganz in der Fluchtlinie der Basilika stehen. Im Kircheninnern befindet sich am SO - Pfeiler des Turms ein bemerkenswertes, aus einem Stein gehauenes Weihwasserbecken.

Unter staufischem Einfluss wurden gegen Ende des 13. Jahrhunderts der Chor mit seiner halbrunden Apsis, die Hauptgruft unter dem Chor und die Sakristei mit ihrer bemerkenswerten Apsidiole erbaut. Im 12. Jahrhundert wurden Querbau und Turm erhöht, in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts kamen die Barbarakapelle und der oktogonale Aufbau des Turmes dazu. Im Westteil wurde das vierfach gestufte Portal eingebaut, das zur 1100- Jahrfeier der Kirche mit einem sandsteinernen Tympanon versehen wurde. Dieses schuf der Bildhauer und damalige Direktor der Weimarer Kunstakademie Graf Emil Friedrich von Schlitz genannt von Görtz.

Einem seiner Vorfahren aus der Ottoburger Linie der Familie, Georg Heinrich von Schlitz g.v. Görtz, wurde in der Barbarakapelle ein Gedenkstein errichtet. Er war Minister des schwedischen Königs Karl XII., wurde nach dessen Tod im Jahre 1718 unter Anklage gestellt und nach einem politischen Prozess ohne stichhaltige Beweise 1719 enthauptet, später rehabilitiert. Sein Leichnam ruht in der Gruft unter der Barbarakapelle, nachdem ihn seine treuen Diener unter schwierigen Umständen von Stockholm nach Hamburg und später nach Schlitz gebracht hatten.

Schon seit dem 13. Jahrhundert hatte man versucht, die verschiedenen Bauteile zu einem einheitlichen Kirchenraum zusammenzufassen. Dabei mussten die Außenwände der alten Basilika erhöht und verlängert werden. Außerdem wurden die niedrigen Turmbögen in beide Richtungen erhöht und die gemauerten Innenbögen mit Pfeilern (Arkaden) der ehemaligen Basilika entfernt, was zu erheblichen statischen Problemen führte. Der fast 30 Meter hohe Spitzhelm des Turms ist ein beachtliches (Fach-)Werk des 17. Jahrhunderts. Die im Volksmund als Paradies bezeichnete südliche Vorhalle der Kirche erhielt 1557 einen Renaissancegiebel, er trägt im Giebelfeld ein Bekenntnis zum protestantischen Glauben. Die beiden Seitentürmchen im Süden und Norden dienten als Treppentürme zu Emporen, die, gegen Ende des 16. Jahrhunderts errichtet, im Laufe der letzten Restaurierungsarbeiten entfernt wurden.

Im Innern befinden sich mehrere bemerkenswerte Epitaphe, darunter einer (für Agnes von Görtz, 1560) des Frankenberger Bilhauers Philipp Soldan, ein Taufstein von 1467 und eine programmatische barocke Stuckdecke von 1639

2 Sandkirche

Die Sandkirche am städtischen Friedhof wurde im Jahre 1612 an der Stelle einer Vorgängerkirche erbaut, von der möglicherweise noch die spätgotischen Fensterlaibungen in Ostwand stammen. Sie ist eine der ältesten Querkirchen Deutschlands. Die kürzere Querachse bildet hier die Hauptachse der Kirche. Eine besondere Eigenart weist die Kanzel auf, die sowohl nach innen als auch nach außen benutzt werden kann und mit schönen Beschlagwerk-Ornamenten geschmückt ist. Die außen über der Eingangstür eingelassene Sandsteintafel mit einer lateinischen Inschrift im Rollwerkrahmen besagt, dass die Kirche Gott geweiht, im Jahre des Herrn 1612 erbaut worden ist, als Johann Reuber Schultheiß, Christoph Schellenberg Pfarrer, Stephan Frank Diakon, Hermann Hofmann, Johann Camerarius und Nikolaus Lintz Schöffen waren.

An der Außenwand neben der Kanzel sind zwei hervorragend gearbeitete barocke Epitaphe angebracht, die aus den Jahren 1625 und 1627 stammen. Die Bürgerschaft der Stadt Schlitz hatte zur Sandkirche, die ihren Namen von dem Flurstück Sandberg trägt, eine besonders innige Beziehung. So stiftete die Witwe Agnesa Heil, geb. Reuter, 1731 ihr Haus und ihre sämtlichen Güter der Sandkirche. Der Stiftungstext ist auf einem im Kircheninnern angebrachten Epitaph zu lesen.

An der Kirche befindet sich außen die sog. Schilling-Gruft, die, 1705 vom herrschaftlichen Amtmann Mercklein angebaut, 1775 in den Besitz der Familie Schilling überging (deren Familienwappen über dem Eingang) und in den fünfziger Jahren zu einer Gedenkstätte für die Gefallenen beider Weltkriege umgestaltet wurde. Dass die Familie Schilling eine eigene Gruft besaß, lässt ihre Bedeutung für die Stadt erkennen. Der Schlitzer Friedhof, der sich seit Beginn der siebziger Jahre zusammen mit der Sandkirche in städtischem Besitz befindet, wurde 1591 angelegt. Zuvor gehörte er über Jahrhunderte der evangelischen Kirchengemeinde und wurde auch von ihr verwaltet.


3 Vorderburg

Die Vorderburg, in der sich heute das Burgmuseum und der Festsaal der Stadt Schlitz befinden, ist in ihrer heutigen Gestalt zwischen 1565 und 1600 entstanden. Ihr Ursprung geht auf den zentralen aus dem Mittelalter stammenden romanischen Wohnturm (Unterbau des Turms vor 1181) zurück. Der Kern des Ostflügels ist mittelalterlich, während der Westflügel um 1600 erbaut wurde. Verschiedene Bauabschnitte lassen sich an dem zentralen, ehemaligen Wohnturm ablesen. Ein aus Altan und Treppenturm bestehender Vorbau, von denen noch Spuren zu erkennen sind, wurde 1812 abgerissen, das spätgotische Portal des Treppenturmes befindet sich heute im Gartenausgang des Vorderburger Türmchens. Schmal- und Rückseiten der beiden Flügel des gewaltigen Gebäudes besitzen Renaissancegiebel. Die Turmhaube stammt aus dem 16. Jahrhundert. Ein hölzerner, zum Teil barocker Treppenaufgang führt zu den verschiedenen Stockwerken. Das wappengeschmückte Portal aus dem Jahr 1565 könnte ein Werk von Philipp Soldan aus Frankenberg sein. 1950 wurde in der Turmhaube ein aus 26 Glocken bestehendes Läutewerk eingerichtet, das sowohl elektronisch als auch manuell bedient werden kann. Nach dem Willen seines Stifters, des Grafen Otto Hartmann von Schlitz, soll dieses Glockenspiel der internationalen Verständigung dienen. Jeweils um 15.00 und um 17.00 Uhr erklingen im wöchentlichen Wechsel Volkslieder der verschiedenen Nationen über die Dächer der Stadt.

Die Vorderburg war die Schlitzer Hauptburg. In ihr hatte bis ins frühe 18. Jahrhundert der Senior der Ganerbengemeinschaft seinen Sitz. Die Ganerbengemeinschaft wurde aus den Linien der Vorderburger, Hinterburger, Schachtenburger, Ottoburger und Hallenburger Herren gebildet. 1720 ging durch das Aussterben des Mannesstammes der Vorderburger Linie der gesamte Besitz an die Hallenburger Linie über, deren Senior, Friedrich Wilhelm von Schlitz genannt von Görtz, hannoverscher Kammerpräsident und Staatsminister, im Jahre 1726 von Kaiser Karl VI. in den Reichsgrafenstand erhoben wurde.



 

4  Vorderburger Brunnen

Der Vorderburger Brunnen, ein Schachtbrunnen mit einem hölzernen Brunnenhaus und einem hölzernen Räderwerk, wurde gegen 1600 errichtet. Der Brunnen war einst über 50 Meter tief und diente Mensch und Vieh zur Wasserversorgung. Unschwer lässt sich an der Anordnung der den Hof begrenzenden Gebäude ihr früherer landwirtschaftlicher Charakter erkennen. In dem lang gestreckten, im Westen auf der Stadtmauer lagernden Gebäude waren zuletzt die herrschaftlichen Schafherden untergebracht. Nach einem Umbau in den sechziger Jahren wird dieses Gebäude jetzt als Hotel genutzt. Das Brunnenhäuschen wurde von Professor Bodo Eckhardt im Auftrag von Kaiser Wilhelm II. für den Ausbau der Hoch - Königsburg bei Schlettstadt im Elsass kopiert. Wilhelm II. war Freund des Schlitzer Grafen Emil. Er weilte seit 1891 elfmal zu Besuch in Schlitz, was der damaligen Zeit entsprechend jedesmal mit einem hohen Aufwand und unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit gefeiert wurde. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Wasserversorgung der Innenstadt durch eine hölzerne Wasserleitung sichergestellt. An diese war neben dem Kumpf (Wasserbehälter) am Kumpftreppchen auch der alte Ziehbrunnen am Marktplatz angeschlossen.

 

5  Hinterburg

Die Hinterburg, 1493 schon erwähnt, ist in ihrem Ursprung Teil der Schlitzer Stadtbefestigung. Der jetzige dreigeschossige Bau wurde von 1561 bis 1565 errichtet, im Jahre 1647 umgebaut. Diese Jahreszahl ist über dem Haupteingang festgehalten. Der in reinem Renaissancestil ausgeführte Baukörper wird durch prachtvolle Giebel und einen Treppenturm mit achteckigem Fachwerkaufbau geschmückt. Der Fachwerkaufbau ist mit einer welschen Haube versehen. Die Hinterburg, die im Lauf der Geschichte vielfache Verwendung gefunden hat, ist seit 1950 das Hauptgebäude des Seniorenstifts Burg Schlitz, das auf eine gräfliche Stiftung zurückgeht. Diese hat sich die Betreuung und Pflege älterer Menschen zur Aufgabe gemacht.

Mehrere Um- und Anbauten (z.B. eine katholische Kapelle mit sehenswerter, von den Münchner Werkstätten geschaffener Mosaikwand) haben in den vergangenen Jahrzehnten die Funktionsfähigkeit dieser Einrichtung erhöht, ohne dass dabei der ursprüngliche Charakter der Hinterburg gelitten hätte.

 

6  Hinterturm

Der Hinterturm, ein alter Bergfried, der seine heutige Gestalt 1572 erhalten hat, ist 36 Meter hoch und wurde im Jahr 1906 nach altem Vorbild mit einer Steinhaube versehen. Seit dem 17. Jahrhundert trug er eine barocke Schieferhaube, die den gräflichen Wächtern als Wachstube diente. Der Turm ist heute ein beliebter Aussichtspunkt, den man bequem mit dem Fahrstuhl erreichen kann. Ursprünglich war das Turminnere nur durch einen wahrscheinlich hochklappbaren Steg zu betreten. Unterhalb des früheren Eingangs befanden sich mehrere Verliese, die als Turmgefängnis benutzt wurden. Der heutige Turm wurde in mindestens zwei Bauabschnitten errichtet. Zusammen mit dem Turm der Stadtkirche und dem Turm der Vorderburg bildet er einen Dreiklang, der schon aus weiter Entfernung die charakteristische Silhouette von Schlitz erkennen lässt.

 

7  Hinterburger Amtshaus

Dieses zum Bergfried gehörige Gebäude wurde 1553 mit einem rückwärtigen Treppenturm erbaut. Vom Dachstuhl aus führt eine Holzbrücke zum Hinterturm. Das Fachwerkgeschoss wurde 1653 aufgesetzt. Das Haus gehört jetzt zum Seniorenstift Burg Schlitz, eine Einrichtung, die auf eine Stiftung zurückgeht, die Graf Otto Hartmann von Schlitz und seine Frau Marta Maria kurz nach dem 2. Weltkrieg zur Betreuung älterer Menschen gegründet haben.

 

8  Schachtenburg

Die Schachtenburg wurde im Jahre 1557 von der Witwe des hessischen Kriegsrates Wilhelm von Schachten, Elisabeth, Tochter des Junkers Werner von Schlitz, erbaut. Sowohl das mit einem Sandsteinstockwerk versehene Südhaus als auch das in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtete Nordhaus gehören nicht zu der alten, aus dem Mittelalter stammenden Stadtbefestigung. Das Portal der Schachtenburg vereinigt nachlebende Spätgotik mit Renaissance - Ornamentik und mit geheimnisvollen Symbolen. Die einfassenden Stäbe des Portals laufen am Scheitel in Ranken aus, die, sich ineinander verschlingend, eine Brezel bilden, als Zeichen der ineinander übergehenden Jahre oder auch als Sinnbild der Unendlichkeit. Die Brezel spielt im Brauchtum des Schlitzer Landes eine große Rolle, ist doch der Pate gehalten, am Neujahrstag dem Patenkind eine Brezel zu überreichen. Auch beim Kirmesumzug in Schlitz wird eine Brezel vorangetragen. Am Sockel des Portals sieht man Zeichen für Liebe, Ehe, Geburt und Tod.

Ein quadratisches Sandsteinrelief rechts neben der Tür trägt die Wappen derer von Schlitz und derer von Schachten. Darüber befindet sich eine Spottmaske, ein sogenannter Breilecker, der wahrscheinlich von einem der alten Schlitzer Stadttore stammt.

Die Schachtenburg ist heute Teil des Seniorenstifts Burg Schlitz, nachdem sie, vorher als Wohngebäude genutzt, auch eine Kapelle beherbergte, die der damals sehr kleinen katholischen Gemeinde für den Gottesdienst zur Verfügung stand.


9  Ottoburg

Die Ottoburg ist ein frühbarockes Schloss, das von 1955 bis 1990 als Jugendherberge diente. Sie ist in zwei Bauabschnitten entstanden und steht auf der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Von den beiden den NO- Teil flankierenden Ecktürmen stammt der kleinere aus alter Zeit. Die ehemalige Stadtmauer ist im Keller des Gebäudes noch gut zu erkennen, im Kellergeschos befindet sich auch eine steinerne Gedenktafel, die das Baujahr (1653) und den Bauherren (Otto Hartmann von Schlitz, Mitglied der "Fruchtbringenden Gesellschaft") nennt. Ihre heutige Gestalt hat die Ottoburg jedoch erst 1681 durch Otto Hartmanns Sohn, Philipp Friedrich von Schlitz und dessen Gemahlin, Juliane Elisabetha von Minnigerode, erhalten, deren Doppelwappen über dem Barockportal des Haupteingangs zu sehen ist.

Beim Bau der Ottoburg wurden alte Wehrgänge abgerissen und auch ein Teil des Wallgrabens zugeschüttet. Außerdem mussten einige an der Stadtmauer gelegene Häuser abgerissen werden. Dadurch kam es zu erheblichen Spannungen mit der Bürgerschaft, was auch mit den Stadtgerechtsamkeiten und besonders mit den Privilegien zusammenhing, die den Bürgern der Innenstadt zustanden.

Der Ottoburger Linie der Standesherrschaft entstammt der "Held von Rheinfels", Georg Ludwig Sittich von Schlitz, der als Hessen - Kasselischer Generalmajor 1792 die Feste Rheinfels bei St. Goar gegen eine starke Übermacht französischer Truppen erfolgreich verteidigte. In die europäische Geschichte ging auch Georg Heinrich von Görtz (1675-1719) ein, der ebenfalls der Ottoburger Linie entstammt. Als Diplomat war er an vielen europäischen Höfen tätig, zuletzt war er engster Vertrauter und Minister König Karls XII. von Schweden.

Dieser König führte über Jahrzehnte den sogenannten Nordischen Krieg und lag im Streit mit Polen, Russland, Brandenburg-Preußen und Dänemark. Nachdem er vor Frederikshald in Norwegen durch eine Kugel den Tod gefunden hatte, wurde Georg Heinrich von Görtz für die völlige Verarmung ds Landes verantwortlich gemacht und am 3. Marz 1719 nach einem politischen Prozess zu Stockholm enthauptet. Später rehabilitiert, starb mit ihm die Ottoburger Linie der Schlitzer Ganerbengemeinschaft aus. Voltaire, der Georg Heinrich persönlich gekannt hat, setzte ihm in seiner „Geschichte Karls XII.“ ein unvergängliches Denkmal.

Die Ottoburg diente nach dem 2. Weltkrieg mehreren heimatvertriebenen Familien als Wohnung, später lange Jahre als Jugendherberge. Heute befindet sie sich in Privathand.

 

 

9 a  Ehemalige Ottoburger Herrenschenke

Ehemalige Ottoburger Herrenschenke und Wirtshaus der Ottoburg. Nach dem Aussterben der Ottoburger Linie der Herren von Schlitz wurde das Haus im Jahre 1764 vom Rat der Stadt als „neues“ Stadtwirtshaus gekauft. Es verfügt über besonders tiefe und geräumige Keller, die man dringend zur Einlagerung des Biers der vortorigen Schankwirte benötigte. Ursprünglich hatten nur die innerhalb des Burgenrings behausten Bürger das Recht, Bier zu brauen, einzulagern und auszuschenken. Der Schankberechtigte hatte einen Wisch (Strohbündel als Ausschankzeichen) herauszuhängen, was heute noch in ähnlicher Form bei den Straußenwirtschaften in Weingegenden festzustellen ist, 1819 ging das neue Stadtwirtshaus in Privathände über. Seit dieser Zeit besitzt die Stadt kein eigenes Wirtshaus mehr.

 

9 b  Marktbrunnen

Der Marktbrunnen diente früher als Schöpfbrunnen zur Wasserversorgung der Innenstadt. Der Steintrog wurde in seiner jetzigen Form im 16. Jahrhundert erstellt. An seinem oberen Rand kann man noch deutlich die Spuren seiner ursprünglichen Benutzung erkennen. Eisenbänder und Verbleiung wurden im Jahre 1749 angebracht. Später wurden dann die Quellen der Feldflur gefasst und ihr Wasser durch hölzerne Rohrleitungen in den steinernen Brunnentrog geleitet. Die Rohre waren durch eiserne Manschetten miteinander verbunden.

Die Brunnenfigur St. Georg wurde im Jahr 1930 aufgestellt. Mit ihr hat sich die Familie Färbereibesitzer Schmidt ein Denkmal in ihrer Heimatstadt gesetzt. Eine besondere Beziehung zwischen St. Georg und der Schlitzer Geschichte besteht nicht, die Figur wird in der heimischen Mundart als "Bornschorsch" bezeichnet.


10  Schloss Hallenburg

Die Hallenburg, Schloss und Residenz der Grafen von Schlitz, ehemals befestigtes Hofgut auf dem Flurstück "Hall" gelegen, wurde im 16. Jahrhundert ausgebaut. 1706 - 1712 entstand dann nach den Plänen des französischen Architekten Louis Remy de la Fosse ein neues, spätbarockes Schloss mit Mansarddach.

Seit 1720 war die Hallenburger Linie der Herren von Schlitz alleiniger Besitzer der Landesherrschaft, nachdem die übrigen Linien im Mannesstamm ausgestorben waren. Schloss Hallenburg diente seit dem 18. Jahrhundert der anfangs noch freiherrlichen, später gräflichen Familie als ständiger Wohnsitz. 1755 brannte die Hallenburg teilweise aus, wurde wieder instand gesetzt; sie erhielt ihr jetziges Aussehen um 1800 nach einem Umbau durch den Grafen Karl Heinrich, der das Mansarddach beseitigte und ein neues Stockwerk aufsetzte. Im gartenwärts liegenden Saal der Beletage befindet sich eine seltene florale chinesische Panoramatapete aus dem 18. Jahrhundert. 1954 hat Graf Otto Hartmann das Schloss der Stadt geschenkt. Diese richtete dort ein Gymnasium ein, das 1977 nach Einführung der Oberstufenreform geschlossen werden musste.

Nach der Entscheidung der Stadt Schlitz, das Schloss für die Hessische Landesmusikakademie („Akademie für musisch-kulturelle Bildung e. V.“) herzurichten, konnte diese das Gebäude 2003 beziehen. Die dem Schloss gegenüber liegenden alten Wirtschaftsgebäude und die ehemalige Orangerie wurden anschließend zu einem Konzertsaal, einem Gästehaus und einem Restaurant umgebaut, welche 2006 eingeweiht wurden.

Zu Schloss Hallenburg gehört der Schlosspark, der sich nach der Schenkung ebenfalls im Besitz der Stadt Schlitz befindet. Ursprünglich ein Park nach rationalistisch- französischem Vorbild, wurde die heutige Anlage zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach dem Muster englischer Landschaftsgärten grundlegend umgestaltet. Zahlreiche, auch exotische Gehölze wurden damals angepflanzt.

 

11  Rathaus

Das Rathaus zeigt in seinem älteren, verputzten Teil noch spätgotische Formen. Der Steinbau stammt aus dem 16. Jahrhundert. Drei Bogenportale und ein aus dem Jahre 1757 stammender Dachreiter mit Laterne und doppelter Haube heben das Rathaus aus der Menge der übrigen Häuser hervor. Im Rathaus befindet sich das Dienstzimmer des Bürgermeisters und das städtische Verkehrsamt. Der historische Sitzungssaal ist mit den Wappen alteingesessener Schlitzer Bürgerfamilien geschmückt. Die Heraldikforschung in Hessen hatte in dem in den zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts in Schlitz lebenden Oberpfarrer Knodt einen hervorragenden Fachmann zur Verfügung. Über der Eingangstür zum Sitzungszimmer steht in einem Fahnenband "Suchet der Stadt Bestes". Im Keller des Rathauses befindet sich eine Gefängniszelle, die zur vorübergehenden Festsetzung von Übeltätern benutzt wurde. Einen Pranger gab es am Rathaus nicht, dafür aber einen aus starken Holz- oder Eisenstäben bestehenden Käfig, einen so genannten Triller, in dem die Verurteilten der Öffentlichkeit zur Schau gestellt wurden.

 

12  Benderhaus

Das Benderhaus, erbaut um 1600, war ursprünglich als Fruchtboden und Speicherraum der Schlitzer Herrschaft eingerichtet. Wahrscheinlich wurde auch hier ein Teil der Früchte und Abgaben gelagert, die den Herren von Schlitz als Grundherren ihrer 16 Dörfer zustanden. Der Zehnte, der im Schlitzerland bis zum Jahre 1820 erhoben wurde, stand, aufgrund eines vom Frankenkönig Karl dem Großen erlassenen Gesetzes, ursprünglich nur den Klöstern zu. Im Laufe der jahrhundertelangen Bestrebungen nach mehr Selbstständigkeit erlangten die fuldischen Lehnsleute immer mehr landesherrschaftliche Rechte ihrer Lehnsherren und nahmen den Zehnten für sich in Anspruch. Auch hier führte die Reformation zu einer rechtlichen Zäsur, die allerdings erst im Westfälischen Frieden, 1648, bestätigt wurde. Im Keller des Benderhauses, das nach dem 2. Weltkrieg in ein Wohngebäude umgewandelt wurde, hat sich in früheren Jahrhunderten eine Fassbinderei befunden, die dem Bau seinen Namen gab.

 

13  Brauereihaus

Das Brauereihaus, 1788 erbaut, stellt einen Torbau mit Fachwerk und offenen Steinarkaden dar. Es bildet die historische Einfahrt zur Auerhahn- Brauerei, die 1585 im Schlitzer Stadtteil Sandlofs gegründet wurde (vgl. Nr. 22). An der Stelle des heute als Wohnhaus genutzten Gebäudes stand früher die Schachtenburger Herrenschenke, eine der fünf Herrenschenken der Schlitzer Ganerbengemeinschaft. Nach dem Umbau 1788 wurde die Wirtschaft auch das „neue Wirtshaus“ genannt. Es schloss 1876 seine Pforten und wurde danach als Braumeisterwohnung genutzt. Das Haus besitzt eine schöne Empire - Tür.

 

14  Ehemaliges Gasthaus „Zum Schwarzen Adler“

Früher altes Stadtwirtshaus. Dieses musste seit dem frühen 17. Jahrhundert von den Schlitzer Bürgerbrauern im Umlauf des Brauloseverfahrens mit Bier versorgt werden. Dem Erzählen nach soll 1631 der kaiserliche Generalissimus Tilly in dem Haus übernachtet haben, als seine Truppen die hessische Burg Herzberg bei Breitenbach belagerten. 1764 ging das Haus in Privathand über und wurde später Schildwirtshaus „Zum Schwarzen Adler“. 1869 - 1882 diente es als Posthalterei.

 

15  Evangelisches Pfarrhaus

Das evangelische Pfarrhaus, erbaut im Jahre 1610, steht mit seiner Westseite auf der Stadtmauer. Der als Erbauer genannte Pfarrherr Christian Schellenberg musste während der von Fulda ausgehenden Gegenreformation dreimal seine Pfarrstelle verlassen.

Schlitz besaß sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Zeit vier Pfarrstellen, die ihren seelsorgerischen Dienst auch in den verschiedenen Filialgemeinden versahen. Die Inspektur, der auch die Aufsicht über die übrigen Schlitzerländer Pfarreien oblag, hatte in diesem Pfarrhaus ihren Sitz. Deshalb wird das Haus auch heute noch als Oberpfarrhaus bezeichnet.

Die alte Pfarrscheuer von 1647 ist 1926/27 zum Gemeindehaus ausgebaut und 1977 zum evangelischen Gemeindezentrum umgebaut worden. Im Garten des Oberpfarrhauses steht eine von zwei Säulen gebildete Laube, die an das ursprünglich an der Kirche befindliche Patrimonialgericht erinnert, wo Klagen gegen Sittlichkeitsvergehen vorgebracht wurden. Die mit einer Rundbank versehene Linde auf dem Platz zwischen Oberpfarrhaus und Kirche wurde zum 400. Geburtstag des Reformators Dr. Martin Luther im Jahre 1884 gepflanzt.

 

16  Amtsschultheiß - Haus

Das Haus des Amtsschultheißen Adam Weber, im Jahr 1786 erbaut, heute Geschäfts- und Wohnhaus der Kartonagenfabrik Kimpel. In dem Haus hatte ehemals der Amtsschultheiß seinen Sitz. Die Herren von Schlitz waren seit dem Mittelalter von der Fuldaer Stiftsherrschaft mit der niederen Gerichtsbarkeit ausgestattet. Sie übten die Patrimonialgerichtsbarkeit aber nicht selbst aus, sondern setzten zur Ausübung der Rechtspflege Gerichtsbeamte ein. Mit dieser Aufgabe war in Schlitz der Amtsschultheiß betraut. Das Gebäude war schon 1714 in Privatbesitz. Im Zusammenhang mit den anderen umliegenden Gebäuden kann vermerkt werden, dass gegen Ende des 18. Jahrhunderts eine Verlagerung mancher Funktionsgebäude der Gemeinde in die vortorigen Stadtbezirke erfolgte.

 

17  Hospital Schlitzerland

Das Hospital wurde 1547 von den Brüdern Werner und Friedrich von Schlitz als Armen- und Siechenhaus gestiftet, 1810 wegen Baufälligkeit der alten Gebäude erneuert und mit einem Krankenhaus versehen. Zu der herrschaftlichen Stiftung kamen dann noch eine Suppenküche, eine Strick- und eine Sonntagsschule hinzu, die 1848 gegründete Kleinkinderschule wurde schließlich 1858 angegliedert. Die Straßenfront ist ein Zeugnis klassizistischen Fachwerkbaus. Über der Toreinfahrt ein Johanniterkreuz (Graf Karl war seit 1868 Kommendator des Johanniter- Ordens). Das Hospital Schlitzerland, seit 1864 von Diakonissen des Darmstädter Elisabethenstifts betreut, 1972 bis 2005 dem Eichhof- Krankenhaus in Lauterbach angeschlossen, fungiert heute als Stiftliches Seniorenzentrum Schlitzerland gGmbH. mit Pflegeheim und der Einrichtung „Betreutes Wohnen“.

Das Krankenhaus war seit dem 2. Weltkrieg durch zwei Erweiterungsbauten modernisiert und auf den neuesten medizinisch- technischen Stand gebracht worden, weitere Modernisierungen und Anbauten erfolgten 2008.

 

18  Obertor

Das Obertor bildet den Haupteingang zum Schlitzer Burgenring. Nur durch das Obertor war es möglich, mit Wagen und Gespann in das Innere des Burgenrings zu gelangen. Ursprünglich ist die Obertoranlage mit einer Zugbrücke versehen gewesen. Die frühere Sonnenapotheke, deren Fassade unbedingt wieder der historischen Umgebung angepasst werden sollte, wurde in die das Tor flankierende Stadtmauer hineingebaut. Die starke Bastion der Vorderburg schützte das Obertor. Hier befand sich vermutlich die schwächste Stelle der Stadtbefestigung, die deshalb besonders geschützt werden musste.

Die evangelische Kirchengemeinde ist in die Pfarrbezirke Obertor und Niedertor aufgeteilt. Diese Gliederung entspricht der früheren kommunalen Gliederung. Die Stadt wurde von zwei Bürgermeistern regiert, die sich jährlich im Vorsitz des Stadtrats ablösten.

 

19  Niedertor

Das Niedertor ist der südliche Eingang zum Burgenring. Der jetzt vorhandene Sandsteinbogen wurde 1930 errichtet. Das Gässchen, das vom Marktplatz aus zum Niedertor führt, hieß früher das Torgässchen. Das Niedertor war bis etwa gegen 1600 durch zwei starke Söller gesichert, die den Zwinger abschlossen, der den Burgenring in seinem Südteil umschloss. Der vor dem Zwinger befindliche Wallgraben wurde durch den von der Hainbuche an abgeleiteten Sengelbach gespeist. Oberhalb der inneren Zwingermauer bauten die brauberechtigen Burgfleckenbewohner gegen 1300 ein Gemeinschaftsbrauhaus, in dem im Reihelosverfahren Bier gebraut wurde. Nach Abbruch der Niedertorbefestigung wurde im 17. Jahrhundert ein neues Stadtbrauhaus an der Stelle des vorherigen gebaut. Dieses Brauhaus wurde dann 1788 zugunsten eines in der Brauhausstraße neu errichteten Gebäudes aufgegeben, das aber schon 1852 seine Pforten schloss, nachdem die allgemeine Gewerbefreiheit eingeführt worden war. Das für das Bierbrauen notwendige Wasser wurde vom Stadtbrunnen durch Röhren ins Brauhaus geleitet.

 

20  Stadtmauer

Der Schlitzer Burgenring war mit einer starken und festen Mauer umgeben, die noch an verschiedenen Stellen zu sehen ist. Die Stadtmauer war mit Wehrgängen und Bastionen versehen. Außerdem umschloss ein mit Wasser gefüllter Wallgraben die äußere Mauer des Burgenrings, der teilweise noch mit einem Zwinger (schmaler, unbebauter Streifen zwischen innerer und äußerer Stadtmauer) umgeben war, welcher heute noch in Teilen erhalten ist. Besonders die beiden Toreingänge, das Obertor und das Niedertor, mussten durch starke Befestigungen geschützt werden. Die Bewohner der Stadt waren in Rotten eingeteilt. Jede Rotte hatte im Belagerungsfalle einen bestimmten Abschnitt der Mauer zu besetzen.

Mit Änderung der Kriegstechnik verloren die Stadtbefestigungen ihre Bedeutung. Die Verleihung des Marktrechts im Rahmen der Stadtrechtsverleihung erforderte mehr Platz in der Innenstadt. Während des 16. Jahrhunderts muss eine radikale Umplanung innerhalb des Burgenrings erfolgt sein. Die ehemaligen, nur der Verteidigung dienenden Burganlagen wurden im Stile der Zeit zu Wohnburgen umgebaut und teilweise mit ihrer Außenmauer auf die Stadtmauer aufgesetzt, wie das auch bei anderen Städten in Deutschland festzustellen ist. Bei diesen Umbauten wurden die alten Wehrgänge fast vollständig abgerissen. Der Hinterburger Söller und das kleine Türmchen am Abgang des Vorderburger Hofes erinnern noch an die ursprünglichen Befestigungsanlagen.


21  Berleburg

Ehemals Villa Wittgenstein, erbaut 1859 nach Plänen des renommierten Architekten Hugo von Ritgen, des Restaurators der Wartburg bei Eisenach. Auftraggeber und Bauherr war Prinz Franz von Sayn - Wittgenstein - Berleburg, Schwager des Grafen Karl von Schlitz. Der sich heute in privater Hand befindliche Besitz mit seinen prachtvollen Fachwerkbauten ist ganz im Stile des Historismus gestaltet. Die dem gotischen Stil nachempfundenen Schmuckelemente, Andreaskreuze, Nasenbesatz und Dreipasseinsätze sind deutlich zu erkennen. Die Berleburg wurde als Forstmeisterwohnung und Alterssitz gräflicher Familienangehöriger genutzt. Sie fungierte in den dreißiger Jahren u.a. als SA-Sportschule und als Jugendherberge. Im 2. Weltkrieg waren auch französische Kriegsgefangene darin untergebracht. Der dem Hauptgebäude gegenüberliegende Küchentrakt stand lange Zeit der hauswirtschaftlichen Berufsschule zur Verfügung.

 

22 Auerhahn - Brauerei

Die Auerhahn- Brauerei wurde 1585 im Schlitzer Stadtteil Sandlofs gegründet. Im 17. Jahrhundert verfügten dann die verschiedenen Zweige der Schlitzer Ganerbenschaft über eigene Braustätten. Nachdem 1720 alle Familienzweige bis auf die Hallenburger Linie erloschen und der Besitz wieder in einer Hand vereinigt war, ließ Friedrich Wilhelm von Schlitz genannt von Görtz 1725 eine neue Zentralbrauerei auf dem Gelände hinter der Bachmühle unterhalb der Schachtenburg bauen. Seine Initialen und das Baujahr zeigt der Türsturzstein über dem Eingang in die sogegannte „Tenne“. Von Um- und Neubauten ist noch der Neubau des Brauereihauses 1787- 88 (vgl. Nr. 13) zu nennen. 1967 ging die Brauerei in den Besitz der „Sämmtlichen Riedesel Freiherren zu Eisenbach“ über.

Der Name „Auerhahn - Brauerei“ ist jung, er dürfte erst kurz vor dem 1. Weltkrieg entstanden sein. Auerhähne galten bis in unser Jahrhundert als begehrte Jagdvögel. Kaiser Wilhelm II. hat deshalb auch wiederholt Schlitz besucht, um hier mit seinem Freund Graf Emil von Schlitz gemeinsam auf die Auerhahnjagd zu gehen. Im Jagdhaus am Eisenberg sind heute noch Schriftzüge des Kaisers zu sehen.

Die „Schlitz - Brauerei“ in Milwaukee, U.S.A., hat nichts mit der Stadt Schlitz zu tun, sie trägt ihren Namen nach einem ihrer Besitzer.

 

23  Linsengässchen

Eine enge Gasse, deren straßenseitige Begrenzung ehemals durch den von der Hainbuche abgeleiteten Sengelbach gebildet wurde. Durch die Erweiterung des Gartens der Ottoburg wurde dessen Mauer nahe an die Häuser herangerückt, die wegen des Bachlaufs ihre Eingänge hinten hatten. Das unterschiedliche Niveau zur heutigen Brauhausstraße hin machte es möglich, den Bewohnern beim Begehen des Gässchens heimlich in die rückwärtigen Räume zu sehen. Heimliches Zuschauen heißt in der Schlitzer Mundart „linsen“. Ob das Gässchen deshalb seinen Namen trägt? Die Behauptung, dass hier im 19. Jahrhundert ausschließlich jüdische Mitbürger wohnten, ist unzutreffend.

 

24  Judenfriedhof

Der Judenfriedhof ist die Begräbnisstätte der ehemaligen jüdischen Gemeinde von Schlitz „Auf der Quecker Liete“. Er wurde im Jahre 1899 angelegt, die erste Bestattung fand 1901 statt. Als letzter fand Aron Stern, der im KZ Buchenwald umgebracht worden war, 1938 hier seine letzte Ruhestätte.

Der Schlitzer jüdische Friedhof fällt etwas aus dem Rahmen des hessischen Umlands, das zahlreiche historische jüdische Friedhöfe aufzuweisen hat. Die Schlitzer jüdische Gemeinde ist nämlich erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. Dem Friedhof wird auch eine gewisse Pflege zuteil, was nicht ganz der jüdischen Tradition entspricht. Jüdische Friedhöfe sind Sinnbild der Vergänglichkeit alles Lebenden. Deswegen werden auch die meist schmucklosen Einzelgräber nicht gepflegt und eingesunkene Grabhügel nicht neu hergerichtet. Nach jüdischer Religion gibt es keine Begrenzung des Ruherechts der Toten, das unaufhörlich und für alle Zeiten besteht. Die Gesamtschule Schlitz, in der alle Kinder der Großgemeinde unterrichtet werden, hat sich verpflichtet, den jüdischen Friedhof in ihre Obhut zu nehmen. Dieser Auftrag soll Schüler und Lehrer stets an einen Zeitabschnitt der deutschen Geschichte erinnern, in dem Verblendung und rassische Überheblichkeit auch die jüdische Gemeinde in Schlitz in Mitleidenschaft gezogen hat, woran auch eine Gedenktafel am Rathaus erinnert.

 

25  Rot - Schilling - Haus

Das Rot - Schilling - Haus wurde zusammen mit dem gegenüberliegenden Gebäude und einer leider im Zuge der Straßenneuführung abgebrochenen Schmiede gegen 1772 von der Familie Schilling erbaut, die als Leineweber und Handelsleute zu den begütertsten Bürgern der Stadt zählten. Diese reiche Familie bestand im 18. und 19. Jahrhundert aus drei Stämmen, den Rot - Schillings, den Blau - Schillings und den Weiß - Schillings (vgl.a. Nr. 2 und Nr. 28). Das Haus ist in Eichenfachwerk ausgeführt, wurde aber wahrscheinlich schon sehr früh mit Verputz und Schindelung versehen. Zeitweise war die Stadtkasse von Schlitz in dem Gebäude untergebracht.

 

26  Judenschule

Judenschule und Synagoge. Die Judengesetzgebung der ehemaligen oberhessischen reichsritterschaftlichen Gebiete war recht unterschiedlich. In der Herrschaft Schlitz durften sich bis zur Aufhebung der Selbstständigkeit keine Angehörigen mosaischen Glaubens ansiedeln. Sie hatten aber das Recht, dienstags und donnerstags Handel zu treiben (Schlitzer Handelsverordnung für Juden von 1799). Die ersten in Schlitz wohnhaften Juden waren zwei Metzger in der Hallenburg, die ab 1730 belegt sind. Danach haben sich dann erst wieder ab 1869 Angehörige des mosaischen Glaubens legal in Schlitz angesiedelt. Dies wurde möglich, nachdem nördliche Teile des Großherzogtums Hessen- Darmstadt dem neugegründeten Norddeutschen Bund zugeschlagen und in diesem Zusammenhang eine völlige Gleichstellung von Juden und anderen Bürgern gesetzlich verbrieft worden war. Um die Jahrhundertwende waren die Schlitzer Juden durch Zuwanderung vor allem aus Langenschwarz und Grebenau auf 15 Familien angewachsen. Nachdem Samuel Cahn 1899 das 1830 errichtete Kurmittel- und Badehaus („Ludwigsbad“) erworben hatte, wurde 1900 die Schlitzer jüdische Religionsgemeinde gegründet und in diesem Haus eine bescheidene Synagoge eingerichtet.

 

27  Gasthaus „Zur Rose“

Das Gasthaus „Zur Rose“, ehemalige Hinterburger Herrenschenke, heute im Besitz der Familien Bernstein - Möver. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts richteten die einzelnen Mitgliederfamilien der Schlitzer Ganerbengemeinschaft unter Umgehung der bürgerlichen Braugerechtsame Herrenschenken in der Stadt ein. Diese wurden gegen einen festen Betrag von 250 Gulden verpachtet und, im Gegensatz zu früheren Gewohnheiten, als gewerbliche Schenken im Dauerbetrieb bewirtschaftet. Die Dörfer der Herrschaft wurden den einzelnen Herrenschenken zugeteilt. Sie wurden dadurch verpflichtet, ihre Ehrengelage wie Hochzeit, Kindtauf und Weinkauf in den jeweiligen Herrenschenken durchzuführen.

Die Hinterburger Herrenschenke bildete insofern eine Besonderheit, als sie weit außerhalb der Ring(Stadt)mauer im Stadtteil Obertor erbaut wurde. Das Gebäude verfügt über besonders gut ausgebaute Gewölbekeller, die zur Einlagerung des Bieres unbedingt benötigt wurden.

 

28  Blau - Schilling - Haus

Das Blau - Schilling - Haus, gegenwärtig Sitz der Schlitzer Volksbank, bildet mit dem schräg gegenüberliegenden Rot - Schilling - Haus (vgl. Nr. 25) und einer leider wegen der heutigen Straßenführung abgerissenen Schmiede mit Scheune eine bauliche Einheit. Das Gebäude, das in verschiedenen Abschnitten errichtet und umgebaut wurde und um 1700 dem herrschaftlichen Rentmeister Mercklein gehörte, dürfte seine jetzige Fassadenfront um 1772 erhalten haben. Es wurde 1764 von Johann Philipp Schilling erworben. 1733 geboren, gehörte der Begründer des Blauen Stammes der Familie Schilling zu den vermögendsten Bürgern seiner Zeit in Schlitz. Er war Leineweber - Meister, Ratsherr und auch Bürgermeister in Schlitz. Seine 1827 geborene Urenkelin Dorothea war die Stamm - Mutter der Kochs Erben, von denen die Volksbank das Gebäude erworben hat. Von 1877 bis 1898 war im Blau - Schilling - Haus das Schlitzer Postamt untergebracht. Die jugendstilartigen Ornamente über der Tür und im Giebelfeld zeugen wohl von der einst amtlichen Funktion dieses Gebäudes.

 

29  Hohes Haus

Das Hohe Haus wurde 1660 errichtet. Es war die erste Herrenschenke und gehörte zur Vorderburg. Mit der Herrenschenke verbunden war ein in der Nähe liegendes Brauhaus. Ursprünglich hatten die Herren von Schlitz ihr Braulehen verloren, als sie sich 1265 am Aufstand der Fuldaer Lehnsleute beteiligt hatten und dabei von dem streitbaren Abt Bertho von Leibolz besiegt worden waren. Dieser, ein kluger politischer Kopf, hatte die Braugerechtsame innerhalb des Burgenrings den Fleckenbewohnern übertragen. Die Herren von Schlitz konnten sich zwar am Reihebrauverfahren der Bürgerbrauer im Gemeindebrauhaus beteiligen, aber besondere Privilegien standen ihnen nicht zu. Dieser Rechtszustand änderte sich, als die Schlitzer Herren, auch durch die Reformation begünstigt, mehr Unabhängigkeit von ihren Lehnsherren, den Fürstäbten von Fulda, erlangten. Sie gründeten 1585 in dem Dorf Sandlofs eine eigene Brauerei und sahen in den Schlitzer Bürgerbrauern lästige Konkurrenten. Mit der Errichtung von Herrenschenken innerhalb des Burgenrings zu Beginn des 17. Jahrhunderts griffen sie demonstrativ in die verbrieften Gerechtsame der Bürgerbrauer ein, was einen Höhepunkt in der fast zweihundertjährigen Auseinandersetzung zwischen Herrschaft und Bürgern darstellt.

 

30  Niedertor - Backhaus

Das Niedertor- Backhaus, 1816/17 an dieser Stelle errichtet, heute im Besitz der Firma Horst Sitzmann. Ursprünglich gehörte neben dem Schlachten und Bierbrauen auch das Brotbacken zu den häuslichen Pflichten der Frauen. Es ist anzunehmen, dass sich auch in Schlitz in jedem größeren Haus ein eigener Backofen befunden hat. Später entstanden gewerbliche Bäckereien, die zum Teil im Reihumverfahren backten.

Die Ackerbürger schlossen sich zu Backvereinen zusammen. Nach der hergebrachten kommunalen Gliederung entstanden ein Backverein Nieder- oder Untertor und ein Backverein Obertor. Diese verfügten über eigene Backhäuser, die verpachtet wurden. Das selbst erzeugte Mehl wurde dem jeweiligen Bäcker geliefert, der es gegen Backlohn in Brot verwandelte. Die Höhe des Backlohns beschloss der Backverein, ein Verfahren, das in der Vergangenheit des öfteren zu Streitereien geführt hat und, weil nicht mehr zeitgemäß, in den sechziger Jahren unseres Jahrhunderts eingestellt wurde.

 

 

31  Obertor - Backhaus

Bis in die sechziger Jahre unseres Jahrhunderts Gemeinschaftsbackhaus des Backvereins Obertor. Die Bäckerei war verpachtet. Die Mitglieder des Backvereins Obertor konnten im Mehlumtauschverfahren gegen einen Backlohn ihr Brot dort backen lassen. Aus Konkurrenzgründen hatten die gewerblichen Bäckereien in der Stadt ebenfalls das Mehlumtauschverfahren eingeführt. Die Mitglieder des Backvereins wurden weitgehend von  kleineren Landwirten und Ackerbauern gestellt.

 

32  Schlitzer Kornbrennerei

Die heutige Schlitzer Korn- und Edelobstbrennerei GmbH befindet sich auf dem Gelände eines ehemaligen Schafhofes, der 1620 von Dietrich von Schachten errichtet wurde. Seine Initialen und die Jahreszahl sind über der Tür des schönen Fachwerkhauses zu sehen, in dem lange Zeit der Brennmeister wohnte. Dietrich von Schachten ist der Enkel des Schachtenburgerbauers (vgl. Nr. 8), er bekleidete in Schlitz u. a. das Amt des Schultheißen. Auf ihn geht auch der südliche Emporenturm unserer Stadtkirche zurück, der sein Wappen und seinen Namen trägt.

Nachdem der von Schachtensche Besitz 1637 auf die Familie von Görtz übergegangen war, befand sich hier weiter der Vorderburger Schafhof, der 1912 von einer Meierei abgelöst wurde. 1969 kaufte der Hessische Staat das Anwesen zusammen mit dem Vorwerk - Gut "Karlshof" und fasste beide Einrichtungen unter dem Namen Schlitzer Kornbrennerei zusammen. 2006 ging sie vom Land Hessen auf die Stadt Schlitz über, die sie in Form einer GmbH betreibt. Ihre Produkte erfreuen sich eines hervorragenden Rufes und haben schon zahlreiche Auszeichnungen erhalten.

 

33  Steinborn

Die älteste Ansiedlung der Stadt Schlitz liegt im Bereich des Siebertshofes, südöstlich des Bergsporns, auf dem die mittelalterliche Stadt steht. Hier befindet sich der Steinborn, der älteste Schlitzer Brunnen. Sein Name – abgeleitet vermutlich von einen steinernen, burgähnlichen Gebäude – ist seit 1562 überliefert. 1998 wurde er restauriert und spendet heute wieder Wasser wie ehedem.


 1  Evangelische Stadtkirche

 2  Sandkirche

 3  Vorderburg

 4  Vorderburger Brunnen

 5  Hinterburg

 6  Hinterturm

 7  Hinterburger Amtshaus

 8  Schachtenburg

 9  Ottoburg

 9 a  ehemalige Ottoburger

       Herrenschenke

 9 b  Marktbrunnen

10  Schloss Hallenburg

11  Rathaus

12  Benderhaus

13  Brauereihaus

14  Ehemaliges Gasthaus

      „Zum Schwarzen Adler“

15  evangelisches Pfarrhaus

16  Amtsschultheiß -Haus

17  Hospital Schlitzerland

18  Obertor

19  Niedertor

20  Stadtmauer

21  Berleburg

22  Auerhahn- Brauerei

23  Linsengässchen

24  Judenfriedhof

25  Rot - Schilling - Haus

26  Judenschule

27  Gasthaus „Zur Rose“

28  Blau - Schilling - Haus

29  Hohes Haus

30  Backhaus Niedertor

31  Backhaus Obertor

32  Schlitzer Kornbrennerei

33  Steinborn

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