Kinder- und Jugendparlament
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Kinder- und Jugendparlament



Kinder- und Jugendparlament



Die Stadt Schlitz freut sich, zwei Mitglieder für das in diesem Jahr gewählte Kreisjugendparlament (ehem. Kinder- und Jugendparlament) zu stellen. Thomas Schmidt (Schlitz) und Lea Möller (Pfordt) haben sich dazu entschieden, für die Belange der Schlitzer Jugendlichen auch kreispolitisch aktiv zu werden. Beide sind bereits erfahrene Mitglieder im Jugendparlament der Stadt Schlitz und so verwundert es nicht, dass beide in den Vorsitz des Kreisjugendparlamentes gewählt worden sind. Thomas Schmidt wurde zum ersten Vorsitzenden des Parlamentes gewählt und Lea Möller zur Pressesprecherin. Bürgermeister Schäfer zeigte sich bei einem ersten Treffen mit den beiden begeistert und brachte lobend die Bereitschaft sich freiwillig politisch zu engagieren zum Ausdruck. Der Jugendbeauftragte der Stadt Schlitz Jan Hendrik Witzel traf sich diesbezüglich mit den beiden Mitgliedern zum Gespräch.

Wir freuen uns sehr, dass ihr die Schlitzer Jugend im Vogelsbergkreis vertretet und Ansprechpartner für junge Leute in Schule und Freizeit seid. Da interessiert es uns natürlich, wie Ihr auf das KJP aufmerksam geworden seid?
Thomas: Das Kreisjugendparlament veranstaltet vor jeder Wahl, die alle 2 Jahre stattfindet, in den Schulen im Vogelsbergkreis eine Art „Vorstellung“. In den Schulen sind dann abgeordnete dabei, die von der Arbeit und den Aktionen berichten, welche das KJP in ihrer Amtszeit oder den vergangenen Jahren veranstaltet hat. Durch diesen Weg hat das KJP geschafft meine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und das Interesse in mir zu wecken.

Lea: Das KJP (Kreis Jugend Parlament Anm. der Redaktion) hat sich in meiner ehemaligen Schule vorgestellt und so mein Interesse geweckt.

Viele Erwachsene sagen immer, dass die meisten Jugendlichen die Freizeit lieber zum „Abhängen“ nutzen. Wie kommt es, dass ihr euch freiwillig für diese spannende Arbeit engagiert?

Thomas: Wie Du es bereits gesagt hast, ist die Arbeit im KJP spannend. Vor allem aber auch interessant und macht allen beteiligten sehr viel Spaß. Im Zusammenhang dessen sind die anderen Personen im KJP nicht „nur“ Abgeordnete, sondern werden zu sehr guten Freunden, mit denen man auch außerhalb der freiwilligen Tätigkeit privates unternimmt. Das ist auch einer der Gründe, weshalb man sich sehr gerne dafür engagiert und mit den anderen zusammenarbeitet und versucht, seine Ziele umzusetzen. Ebenso ist es eine persönliche Weiterentwicklung die man in den Jahren erlebt, bei jedem Abgeordnete natürlich in seiner eigenen Weise.
Lea: Ich möchte mich für die Jugendlichen in meiner Gemeinde einsetzen möchte.

Wie kommt man denn überhaupt in das KJP?
Thomas: Wie bereits erwähnt, gibt es alle 2 Jahre die Möglichkeit sich zur Wahl aufstellen zu lassen. Meldet man sich dazu an, wird man für die jeweilige Gemeinde zur Wahl aufgestellt. In diesem Fall ist es für uns Schlitz und das Schlitzerland. Dann haben alle Wahlberechtigten Jugendlichen bis 18 Jahren die Wahl zwischen den Personen, die sich dafür aufstellen lassen haben. Dabei ist natürlich zu beachten, dass niemand aus Lauterbach jemand aus bzw. für Schlitz wählen kann, und umgekehrt. Das einzige was man dann noch braucht sind genug Stimmen, um seine Gemeinde/Stadt im Parlament vertreten zu dürfen.
Lea: Man meldet sich als Kandidat und lässt sich dann zur Wahl aufstellen und mit Glück wird man gewählt.

Und wie sieht eure Arbeit im KJP aus?
Thomas: Am Anfang der Amtsperiode versammeln sich alle Vertreter zu einem Wochenendseminar und suchen zusammen bereits die ersten Themen und Ideen, mit denen man sich in den folgenden Jahren beschäftigen kann. Dabei sind uns keine Grenzen gesetzt. Natürlich muss man human bleiben und kann nicht die utopischsten Ideen in Angriff nehmen, jedoch stehen uns viele Möglichkeiten offen, mit denen wir (zusammen) arbeiten können.
Oftmals versammeln sich Arbeitsgruppen, die versuchen ein davor zusammengestelltes Konzept umzusetzen. Das betrifft dann nicht nur die Jugendliche, sondern auch viele Kommunalpolitiker. Auch sind unsere Vertreter im Parlament in Ämter gewählt worden, bei denen sie uns vertreten und sich beteiligen können (Fahrgast Beirat, Vogelsberg Consult GmbH, Begleitausschuss Demokratie Leben). Zusätzlich stehen uns in den Kreistagssitzungen sitze zur Verfügung, welche wir in Anspruch nehmen können. Weil wir eben das Kreisjugendparlament sind, stehen wir natürlich in sehr enger Absprache mit dem Landkreis, welcher uns bezuschusst und uns dabei unterstützt. Ein wichtiger Punkt den man nicht außer Acht lassen darf ist, dass wir politisch unabhängig und neutral fungieren.

Lea: Thomas hat soweit alles gesagt; wir planen themenbezogene Aktionen.
Gibt es auch Kritik an der Arbeit des KJP oder Verbesserungsvorschläge dafür?

Thomas: Kritik als auch Verbesserungsvorschläge gibt es immer. Mal sind diese besser umzusetzen, mal schlechter. Natürlich versucht man sich die Kritik zu Herzen zu nehmen und macht sich darüber Gedanken. Schwierig wird es dann, wenn vor allem Erwachsene die Arbeit kritisieren, ohne dass diese sich jemals mit dem KJP befasst haben und versuchen zu urteilen bzw. mit Argumentationen um sich werfen, die oftmals sehr weit hergeholt sind und nichtzutreffend sind.
Über Verbesserungsvorschläge freut man sich aber sehr. Oftmals sind es Dinge, die einem selbst nie bewusstwerden aber das Arbeiten vereinfachen.

Was könnt ihr bzw. wollt ihr für Schlitz und die Schlitzer Jugendlichen tun?
Thomas: Tun kann man vieles, sofern die Jugendlichen es auch wollen. Als Ansprechpartner stehen wir den Jugendlichen aus dem Schlitzerland zur Verfügung und bringen die Ideen auch sehr gerne in das Kreisjugendparlament mit ein. Man darf jedoch auch nicht vergessen, dass sich für Anliegen im Schlitzerland auch das Kinder- und Jugendparlament in Schlitz anbietet.

Lea: Konkret wollen wir uns für bessere die Busverbindungen einsetzen.

Ich danke Euch für das Gespräch und wünsche Euch im Namen der Schlitzer Jugendlichen eine spannende und erfolgreiche Arbeit.
Thomas: Sehr gerne, vielen Dank für das Interview!


Das KJP fungiert als Bindeglied zwischen der Jugend und den politischen Entscheidungsträgern. Es ist ein Forum, in dem Jugendliche ihre (politischen) Standpunkte und Interessen formulieren, diskutieren und in die Öffentlichkeit tragen. Mit dem Kinder- und Jugendparlament besteht die Möglichkeit, die Interessen der Kinder und Jugendlichen durchzusetzen. Das KJP tagt mindestens viermal im Jahr, die Sitzungen sind öffentlich. Kinder und Jugendliche haben freie Themenwahl; sie definieren die Aufgaben des KJP selbst.

Die Abgeordneten der einzelnen Ortsteile bringen Sorgen und Anliegen „Ihrer“ Kinder und Jugendlichen vor und arbeiten zusammen mit den Entscheidungsträgern an Lösungen.