Historischer Stadtrundgang Deutsch / Englisch
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Historischer Stadtrundgang Deutsch / Englisch



Historischer Stadtrundgang Deutsch / Englisch



GESCHICHTE


Die zwölfhundert Jahre alte Geschichte von Schlitz ist geprägt vom Miteinander und auch vom Gegeneinander ihrer Bürger und ihrer Herren.
Urkundlich wird Schlitz zum ersten Mal erwähnt, als der Mainzer Erzbischof RICHOLF am 20. September 812 auf dem Hügel Slitese eine der Heiligen Margaretha gewidmete Kirche weiht. Mit dem Bau der romanischen Säulenbasilika durch den Fuldaer Abt RATGAR ist die Aufzeichnung eines großen Kirchensprengels verbunden, in der viele Orte der Umgebung erstmalig urkundlich erwähnt werden.
Zum Schutz der Kirchen werden Vögte eingesetzt, die das Gebiet verwalten und die Gerichtsbarkeit ausüben. Etwa um 1100 machen unruhige Zeitläufte eine Befestigung des Hügels notwendig. 1116 und 1118 werden in Schenkungsurkunden des Klosters Fulda ERMENOLDUS DE SLITESE und sein Eheweib GERBIRGA als Zeugen genannt. Von diesem Ehepaar führt ein ununterbrochener Stammbaum zu den heutigen Repräsentanten des Schlitzer Adelsgeschlechts, den GRAFEN von SCHLITZ genannt von GÖRTZ, die von 1656 bis 1806 reichsunmittelbare Herren der Stadt Schlitz und der 16 dazugehörigen Dörfer waren.
Mitte des 13. Jahrhunderts erheben sich die fuldischen Lehnsträger gegen den Abt. In ihrem Streben nach mehr Selbstständigkeit fallen sie der Strafexpedition des Abtes BERTHO von LEIBOLZ anheim, der 1265 die im Tal des Schlitzflusses gelegene Burg Niederschlitz zerstört. Im Wappen von Stadt und Herrschaft sind die beiden Burganlagen (Niederschlitz und Oberschlitz) durch zwei schrägstehende Zinnenbalken versinnbildlicht.
Infolge dieser Auseinandersetzungen werden die Bewohner des Rings um die Oberburg mit mehr Rechten ausgestattet. Schlitz wird 1418 als (Burg-)“Flecken“ mit eigener Gerichtsbarkeit bezeichnet und 1439 als „Stadt“ genannt. Die Verleihung der Stadtrechte dürfte also zwischen 1418 und 1439 liegen. Eine Stadtrechtsurkunde ist nicht mehr vorhanden. Die mit dem Stadtrecht verbundene Verleihung des Marktrechts im 15. Jahrhundert führt zu einer grundlegenden Veränderung der Baufluchten im Innenstadtbereich. Aus den ehemaligen Befestigungsanlagen werden im Verlauf des 16. Jahrhunderts Wohnburgen, bei deren Ausbau Stadtmauer, Wehrgänge, Zwinger und Wallgraben teilweise beseitigt wurden.
1546 tritt Werner von Schlitz g. v. Görtz zur Lutherischen Konfession über. 1563 erhalten die Herren von Schlitz das Kollaturrecht zur Besetzung der in ihrer Herrschaft gelegenen Pfarrstellen, womit die Reformation als eingeführt angesehen werden kann. Dieses Recht behaupten sie erfolgreich sowohl während der 1604 eingeleiteten Gegenreformation als auch im Dreißigjährigen Krieg.
Der Frieden von Münster und Osnabrück 1648 sanktioniert nicht nur de jure die Unabhängigkeit von der Fürstabtei Fulda, er macht auch dem Kriegstreiben ein Ende, das durch Plünderungen, Hungersnöte und durch die Pest (1635) die Bevölkerung der Herrschaft auf ein Drittel dezimiert hatte.
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts setzt eine rege Bautätigkeit ein, deren Ergebnisse gegenwärtig maßgeblich das Bild der Schlitzer Innenstadt und ihrer beiden Vorstädte bestimmen. Der Siebenjährige Krieg (1756 - 1763) bringt wieder Not und Elend und wirtschaftlichen Niedergang ins Land.
Die seit alters in Schlitz bestehende Leinenweberei bekommt durch einen 1717 vom Reichsfreiherrn JOHANN von SCHLITZ angeworbenen Damastweber neue Impulse. 1754 gibt es schon etwa 35 Damastwebstühle innerhalb der Stadt. Die Damastweberei erlebt im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts eine Blütezeit, die dann jedoch durch die napoleonischen Kriege jäh unterbrochen wird.
1806 wird die Reichsgrafschaft Schlitz mit der Gründung des Rheinbunds dem Großherzogtum Hessen - Darmstadt zugeordnet. Der Niedergang der Leinenweberei, auch ausgelöst durch die harten Zollgesetze der damaligen Zeit, lässt in den dreißiger und vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts das Schlitzerland zu einem Notstandsgebiet werden.
1832 wird die Standesherrschaft Schlitz dem Oberhessischen Kreis Alsfeld und 1852 dem neu gegründeten Kreis Lauterbach zugeordnet, nachdem Graf KARL die ihm noch zustehende Gerichtsbarkeit 1838 freiwillig abgetreten hatte.
Mit dem Kreis Lauterbach geht Schlitz durch die hessische Gebietsreform 1971 in den Vogelsbergkreis über, der durch Vertrag und Gesetz aus den Kreisen Alsfeld, Lauterbach und dem Stadtbereich Schotten gebildet wurde. Im Rahmen der Gebietsreform schließen sich die Schlitzerländer Gemeinden freiwillig und durch Gesetz zur Großgemeinde Schlitz zusammen, die von rund 10 000 Menschen bewohnt wird.


History


In 812, Schlitz (Slitese) is mentioned for the first time in connection with the dedication of the St. Margaret's church, now the Evangelical-Lutheran Parish Church. The name of the "family of Schlitz" is contained later (1116) in a document.

Members of this old local family became ministerials of the nearby Fulda Abbey, founded in 744. From 1316 up to recent times, one branch of it - "genannt von Görtz" - shaped the history of the town and its dependent villages. The Schlitz coat
of arms consists of two castle battlements. One symbolizes a fortress situated in the Schlitz river valley (Niederschlitz, raized to the ground in 1265), the other one a castle on the top of the Schlitz hill (Vorderburg today). Between 1418 and 1439 Schlitz acquired town privileges, and a constitutional council was formed. For the following centuries, citizens and the noble family lived together either as partners or opponents.
Several members of the Schlitz family held high positions in Fulda and Hesse (Hereditary Marshal in the Imperial Abbey of Fulda, Burgrave of the Imperial Castle Friedberg), From the middle of the 16th century they converted step by step to the
Lutheran confession. In 1656, the long existent imperial immediacy was legally recognized. In 1677, members of the Schlitz family were designated as Barons of the Empire, in 1726 as Imperial Counts. The imperial countship ended in 1806. Since
then, Schlitz belonged to the Grand Duchy of Hesse, later the federal state of Hesse. Several members of the noble family of Schlitz played prominent roles in European history and served as diplomats, military personell or executive members of
literary and confessional societies.
The inhabitants of Schlitz and its 16 surrounding villages had mainly lived as farming citizens up to the early 20th century, from the 17th century onwards also as linen weavers. Weaving became an industry in 1895 and still exists. A railway connection was built in 1898.
Not until 1900 a Jewish community was founded in Schlitz. Later, in the period of National Socialism, all Jewish fellow citizens were forced to leave our town. After 1945, the number of inhabitants increased considerably with the arrival of
refugees. A second comparable increase took place in the end of the 1980s with the arrival of ethnic Germans that used to live in the former USSR.
Since 1972, all 16 villages of the Schlitzerland were incorporated in the town of Schlitz. In 1983, a danger arose that the Eisenberg (local mountain nearby) would be used as a training area for the US army, but this project was abandoned in the
end due to paradigmatic public resistance.
The castles which form the characteristical Schlitz skyline (Vorderburg, Hinterburg, Ottoburg, Schachtenburg and - outside of the city centre - Hallenburg) were inhabited by different branches of the local nobility, but today they serve for the public as castle museum, state music academy or home for old people.  


Übersicht











1 Evangelische Stadtkirche



2 Sandkirche



3 Vorderburg









4 Vorderburger Brunnen



5 Hinterburg



6 Hinterturm









7 Wohnbau der Hinterburg



8 Schachtenburg



9 Ottoburg









9 a Ehemalige Ottoburger Herrenschenke



9 b Marktbrunnen



10 Schloß Hallenburg









11 Rathaus



12 Benderhaus



13 Brauereihaus









14 Ehemaliges Gasthaus 'Zum Schwarzen Adler'



15 Evangelisches Pfarrhaus



16 Amtsschultheiß – Haus









17 Hospital Schlitzerland



18 Obertor



19 Niedertor









20 Stadtmauer



21 Berleburg



22 Auerhahn - Brauerei









23 Linsengäßchen



24 Judenfriedhof



25 Rot - Schilling - Haus









26 Judenschule



27 Gasthaus 'Zur Rose'



28 Blau - Schilling - Haus









29 Hohes Haus



30 Niedertor - Backhaus



31 Obertor - Backhaus









32 Schlitzer Kornbrennerei



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1 Evangelische Stadtkirche


Die evangelische Stadtkirche, ehemals Sankt Margarethen. Als dreischiffige romanische Säulenbasilika von dem Fuldaer Abt Ratgar erbaut, wurde sie am 20. September 812 vom Mainzer Erzbischof Richolf geweiht. Der Kirche wurde ein großer Sprengel beigegeben, der weit bis in den Vogelsberg und den Knüll und bis vor die Tore von Alsfeld reichte. Der Fuldafluß bildete seine östliche Grenze. Der Grenzbeschreibung dieses Schlitzer Kirchensprengels verdankt eine Reihe von heute bedeutenden Orten ihre erste urkundliche Erwähnung.







Die Kirche in Schlitz ist eine der ältesten steinernen Sakralbauten, die außerhalb des unmittelbaren Fuldaer Klosterbezirks errichtet wurden. Bei ihrer Erbauung und bei der Beschreibung ihres Kirchensprengeis haben territoriale Abgrenzungen zum Kloster Hersfeld eine Rolle gespielt. Die Baugeschichte der Kirche hat den Fachleuten in der Vergangenheit große Rätsel aufgegeben. Bei den letzten Renovierungsarbeiten, die in den Jahren 1963 - 1966 durchgeführt wurden, konnten aber schlüssige Erkenntnisse gesammelt werden, die durch Ergebnisse intensiven Quellenstudiums bekräftigt wurden:

Die ursprüngliche Basilika stand auf der höchsten Stelle des Berges, dem jetzigen Westteil des Kirchenschiffes. Ihr östlicher Abschluß, der sich zwischen den jetzigen Turmpfeilern befunden haben muss, ist durch mehrere Kammergräber zerstört. Etwa in der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts wurde an die Ostseite der Basilika + Turm ein Querbau angefügt, dessen Schmalseiten nicht ganz in der Fluchtlinie der Basilika stehen. Im Kircheninnern befindet sich am SO - Pfeiler des Turms ein bemerkenswertes, aus einem Stein gehauenes Weihwasserbecken.

Unter staufischem Einfluß wurden gegen Ende des 13. Jahrhunderts der Chor mit seiner halbrunden Apsis, die Hauptgruft unter dem Chor und die Sakristei mit ihrer bemerkenswerten Apsidiole erbaut. Im 12. Jahrhundert wurden Querbau und Turm erhöht, in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts kamen die Barbarakapelle und der oktogonale Aufbau des Turmes dazu. Im Westteil wurde das vierfach gestufte Portal eingebaut, das zur 1100- Jahrfeier der Kirche mit einem sandsteinernen Tympanon versehen wurde. Dieses schuf der Bildhauer und damalige Direktor der Weimarer Kunstakademie Graf Emil Friedrich von Schlitz genannt von Görtz.

Einem seiner Vorfahren aus der Ottoburger Linie der Familie, Georg Heinrich von Schlitz g.v. Görtz, wurde in der Barbarakapelle ein Gedenkstein errichtet. Er war Minister des schwedischen Königs Karl XII., wurde nach dessen Tod im Jahre 1718 unter Anklage gestellt und nach einem politischen Prozeß ohne stichhaltige Beweise 1719 enthauptet, später rehabilitiert. Sein Leichnam ruht in der Gruft unter der Barbarakapelle, nachdem ihn seine treuen Diener unter schwierigen Umständen von Stockholm nach Hamburg und später nach Schlitz gebracht hatten.

Schon seit dem 13. Jahrhundert hatte man versucht, die verschiedenen Bauteile zu einem einheitlichen Kirchenraum zusammenzufassen. Dabei mussten die Außenwände der alten Basilika erhöht und verlängert werden. Außerdem wurden die niedrigen Turmbögen in beide Richtungen erhöht und die gemauerten Innenbögen mit Pfeilern (Arkaden) der ehemaligen Basilika entfernt, was zu erheblichen statischen Problemen führte. Der fast 30 Meter hohe Spitzhelm des Turms ist ein beachtliches (Fach-)Werk des 17. Jahrhunderts. Die im Volksmund als Paradies bezeichnete südliche Vorhalle der Kirche erhielt 1557 einen Renaissancegiebel, er trägt im Giebelfeld ein Bekenntnis zum protestantischen Glauben. Die beiden Seitentürmchen im Süden und Norden dienten als Treppentürme zu Emporen, die, gegen Ende des 16. Jahrhunderts errichtet, im Laufe der letzten Restaurierungsarbeiten entfernt wurden.

1  Protestant Town Church
The protestant town church, formerly St Margaret’s. The abbot of Fulda, RATGAR, constructed the Romanesque basilica with a nave and two transepts. It was then consecrated by the Archbishop of Mainz, Richolf, on the 20th of September 812. This church was given a large parish that stretches all the way into the Vogelsberg area and the Knüll region as well as to the gates of Alsfeld. The river Fulda is its eastern boundary. A number of important places today owe their first documentary evidence to the description the parish boundaries at that time.
The church is Schlitz is one of the oldest sacred buildings constructed outside the borders of the Fulda convent district. During its construction and the drawing of its parish boundaries, the territorial borders with the Hersfeld convent property played a role.
The construction history of the church has puzzled many experts in the past. During renovation works on the church between 1963 and 1966 conclusive evidence was collected based on intensive research into sources:
They proved that the original basilica stood at the highest point of the mountain which is now the western transept of the present church. The eastern end of the original church stood between the two tower pillars of the present construction. Around the second half of the 11th century an outbuilding was added to the eastern side of the basilica and the tower. The narrowest sides of the outbuilding are not totally aligned with the basilica. Inside the church there is a remarkable stone baptismal font at the south-eastern pillar of the tower.
Towards the end of the 13th century, the choir with its apse, the main burial crypt under the choir and the sacristy with its remarkable apses were built under the cultural influence of the “Stauffer” royal dynasty. In the 12th century, the height of the tower and transept were then increased. Then, in the first half of the 14th century, the chapel of St. Barbara and the octagonal design of the tower were added. In the western segment of the church the four-tiered portal was completed. For the 1100th anniversary of the church it was equipped with a sand-stone tympanum. It was created by the sculptor and former director of the Weimar Art School, Emil Friedrich Graf von Schlitz, who also went by the surname von Görtz.
Georg Heinrich von Schlitz, named v. Görtz, who was a member of the Ottoburg line of the family received a memorial stone in the chapel of St. Barbara. He served as a minister to the Swedish King Charles XII. After the King’s death, he was subjected to a political show trial trial in 1718, beheaded in 1719, but later rehabilitated. His remains lie in the burial crypt beneath the chapel of Saint Barbara. His faithful servants had to transport his body under difficult circumstances all the way from Stockholm to Hamburg and later onwards to Schlitz.
Since the 13th Century, there had been repeated attempts to join the different construction components together into a unified church. In order to achieve this, the outer walls of the old basilica had to be raised and extended. In addition, the low tower arches had to be raised in both directions (1561) and the interior brick arches with their columns (arcades) of the former basilica (1713) had to be removed. This resulted in significant structural problems. Measuring almost 30 meters in height, the spire of the church tower is a remarkable feat of 17th century construction. The southern porch of the church which carries the local nickname “paradise” was given a Renaissance gable in 1557. Embossed in the gable is the credo of the protestant faith. The baroque stucco ceiling that dates back to 1639 includes three squares in the middle to express a religious and a political commitment. The two little side towers at the northern and southern side served as staircases to the galleries. They were erected towards the end of the 16th century, but were removed in the course of the last restoration work.
Inside the church there are several remarkable epitaphs: including one (for Agnes von Görtz, 1560) attributed to the sculptor Philip Soldan of Frankenberg and one dedicated to Georg Heinrich von Schlitz. Other monuments include a copy of the so-called “Simon Stone” of 1181 which shows one of the earliest example of the Schlitz coat of arms. Equally striking is the baptismal stone dating back to 1467


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2 Sandkirche


Die Sandkirche am städtischen Friedhof wurde im Jahre 1612 an der Stelle einer Vorgängerkirche erbaut, von der möglicherweise noch die spätgotischen Fensterlaibungen in Ostwand stammen. Sie ist eine der ältesten Querkirchen Deutschlands. Die kürzere Querachse bildet hier die Hauptachse der Kirche. Eine besondere Eigenart weist die Kanzel auf, die sowohl nach innen als auch nach außen benutzt werden kann und mit schönen Beschlagwerk - Ornamenten geschmückt ist. Die außen über der Eingangstür eingelassene Sandsteintafel mit einer lateinischen Inschrift im Rollwerkrahmen besagt, dass die Kirche Gott geweiht, im Jahre des Herrn 1612 erbaut worden ist, als Johann Reuber Schultheiß, Christoph Schellenberg Pfarrer, Stephan Frank Diakon, Hermann Hofmann, Johann Camerarius und Nikolaus Lintz Schöffen waren.




An der Außenwand neben der Kanzel sind zwei hervorragend gearbeitete barocke Epitaphe angebracht, die aus den Jahren 1625 und 1627 stammen. Die Bürgerschaft der Stadt Schlitz hatte zur Sandkirche, die ihren Namen von dem Flurstück Sandberg trägt, eine besonders innige Beziehung. So stiftete die Witwe Agnesa Heil, geb. Reuter, 1731 ihr Haus und ihre sämtlichen Güter der Sandkirche. Der Stiftungstext ist auf einem im Kircheninnern angebrachten Epitaph zu lesen.

An der Kirche befindet sich außen die sog. Schillingsgruft, die, 1645 angebaut, Anfang des 18. Jahrhunderts in den Besitz der Familie Schilling überging (deren Familienwappen über dem Eingang) und in den fünfziger Jahren zu einer Gedenkstätte für die Gefallenen beider Weltkriege umgestaltet wurde. Dass die Familie Schilling eine eigene Gruft besaß, läßt ihre Bedeutung für die Stadt erkennen. Der Schlitzer Friedhof, der sich seit Beginn der siebziger Jahre zusammen mit der Sandkirche in städtischem Besitz befindet, wurde 1591 angelegt. Zuvor gehörte er über Jahrhunderte der evangelischen Kirchengemeinde und wurde auch von ihr verwaltet.


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2 Sand Church (Sandkirche)


The “Sand Church” (Sandkirche), located next to the municipal cemetery, was built in 1612 on the site of a previous church. The late Gothic window frames still in the eastern wall may date from that original church. The “Sand Church” is one of the oldest cross churches in Germany. The shorter transverse axis forms the main axis of the church. The pulpit is very striking as it can be used both internally and externally. It is adorned with beautiful ornaments. A sandstone plaque with a Latin inscription is fixed above the front entrance of the church. It says that the church was dedicated to God and was built in AD 1612. This is the time when Johann Reuber was mayor, Christoph Schellenberg was church minister, Stefan Frank was deacon, Hermann Hoffmann, Johann Camerarius and Nikolaus Lintz served as honorary judges.
Two beautifully crafted baroque epitaphs which date from between 1625 and 1627 hang on the outside wall near the pulpit. The citizens of the town had a particularly close relationship to the “Sand Church”. The name of the church comes from a piece of land called Sandberg. A widow called Agnesa Heil, nee Reuter, in 1731 donated her house and her all possessions to the church. Her donation is mentioned in a text on a church epitaph inside the building.
On the outside of the church one can see the so-called Schilling tomb which was added in 1705 by the grand bailiff Mercklein and later in 1775 was passed to the Schilling family. Their family coat of arms can be seen above the entrance. In the 1950s, the tomb was transformed into a memorial for the dead of both world wars. The mere fact that the family had a separate tomb is proof of their status in the town.
The Schlitz cemetery was originally next to the church but was moved to the Sandberg hill in 1591. The cemetery has been jointly owned by the church and the town since the early 1970s. Prior to that it had been exclusively owned and run for centuries by the Protestant church.


3 Vorderburg


Die Vorderburg, in der sich heute das Heimatmuseum und der Festsaal der Stadt Schlitz befinden, ist aus einem ursprünglich aus dem Mittelalter stammenden romanischen Wohnturm entstanden (Unterbau des Turms vor 1181). Der Kern des Ostflügels ist ebenfalls mittelalterlich, während der Westflügel um 1600 erbaut wurde Verschiedene Bauabschnitte lassen sich an dem zentralen, ehemaligen Wohnturm ablesen. Ein aus Altan und Treppenturm bestehender Vorbau,von denen noch Spuren zu erkennen sind, wurde 1812 abgerissen, das spätgotische Portal des Treppenturms befindet sich heute im Gartenausgang des Vorderburger Türmchens. Schmal- und Rückseiten der beiden Flügel des gewaltigen Gebäudes besitzen Renaissancegiebel.




Die Turmhaube stammtaus dem 16. Jahrhundert. Ein hölzerner, zum Teil barocker Treppenaufgang führt zu den verschiedenen Stockwerken. Im Parterre des Westflügels befindet sich die Gräflich-Görtzische Verwaltung. 1950 wurde in der Turmhaube ein aus 26 Glocken bestehendes Läutewerk eingerichtet, das sowohl elektronisch als auch manuell bedient werden kann. Nach dem Willen seines Stifters, des Grafen Otto Hartmann von Schlitz, soll dieses Glockenspiel der internationalen Verständigung dienen. Jeweils um 15.00 und um 17.00 Uhr erklingen im wöchentlichen Wechsel Volkslieder der verschiedenen Nationen über die Dächer der Stadt.

Die Vorderburg war die Schlitzer Hauptburg. In ihr hatte bis ins frühe 18. Jahrhundert der Senior der Ganerbengemeinschaft seinen Sitz. Die Ganerbengemeinschaft wurde aus den Linien der Vorderburger, Hinterburger, Schachtenburger, Ottoburger und Hallenburger Herren gebildet. 1720 ging durch das Aussterben des Mannesstamms der Vorderburger Linie der gesamte Besitz an die Hallenburger Linie über, deren Senior, Friedrich Wilhelm von Schlitz genannt von Görtz, hannoverscher Kammerpräsident und Staatsminister, im Jahre 1726 von Kaiser Karl VI. in den Reichsgrafenstand erhoben wurde.

3  Outer Castle (Vorderburg)
The Outer Castle now houses the Castle Museum and the festival hall of Schlitz. In its present form it dates back to the period between 1565 and 1600. It evolved from the medieval Romanesque residential tower, with the base of the tower preceding 1181. The core of the east wing is medieval, while the west wing was built around 1600. Different stages of construction are visible in the central, former residential, tower. Only a few traces can still be seen of the original balcony and stair tower which together formed part of an outbuilding and were demolished in 1812. The late gothic portal of the stair tower is now located just outside the entrance of the little turret belonging to the Outer Castle. The narrower and rear ends of the two wings of the vast building have renaissance gables. The spire dates back to the 16th century. A wooden, in part baroque, staircase leads to the various floors. The coat of arms embossed above the portal is from 1565 and could be the work of Philip Soldan from Frankenberg. In 1950, a set of 26 bells that chime both manually and electronically, was installed just below the cupola of the tower. The man who donated the bells, Count Otto Hartmann von Schlitz, wanted the carillon to further international understanding. Every day at 15.00 and at 17.00 hours the bells ring out across the town the tunes of folksongs from various nations.
The Outer Castle represented Schlitz’s main castle. Until the early 18th century, the senior leader representing the lesser sidelines of the noble family lived there. The community consisted of the lines of the Vorderburg, Hinterburg, Schachtenburg, Ottoburg and Hallenburg lords. In 1720, the last male heir of the Vorderburg line died, so that the estate was incorporated into the Hallenburg line. The head of the Hallenburg line, Friedrich Wilhelm von Schlitz, named von Görtz, president of the Hanoverian Chamber and Minister of State, was in 1726 appointed by Emperor Charles VI. to the new position of an Imperial Count.


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4 Vorderburger Brunnen


Der Vorderburger Brunnen, ein Schachtbrunnen mit einem hölzernen Brunnenhaus und einem hölzernen Räderwerk, wurde gegen 1600 errichtet. Der Brunnen war einst über 50 Meter tief und diente Mensch und Vieh zur Wasserversorgung. Unschwer läßt sich an der Anordnung der den Hof begrenzenden Gebäude ihr früherer landwirtschaftlicher Charakter erkennen. In dem langgestreckten, im Westen auf der Stadtmauer lagernden Gebäude waren zuletzt die herrschaftlichen Schafherden untergebracht. Nach einem Umbau in den sechziger Jahren wird dieses Gebäude jetzt als Hotel genutzt.




Das Brunnenhäuschen wurde von Professor Bodo Eckhardt im Auftrag von Kaiser Wilhelm II. für den Ausbau der Hoch - Königsburg bei Schlettstadt im Elsaß kopiert. Wilhelm II. war Freund des Schlitzer Grafen Emil. Er weilte seit 1891 elfmal zu Besuch in Schlitz, was der damaligen Zeit entsprechend jedesmal mit einem hohen Aufwand und unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit gefeiert wurde. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Wasserversorgung der Innenstadt durch eine hölzerne Wasserleitung sichergestellt. An diese war neben dem Kumpf (Wasserbehälter) am Kumpftreppchen auch der alte Ziehbrunnen am Marktplatz angeschlossen.

4  Outer Castle Well
The well of the Outer Castle was built in the 16th century. It is housed inside a wooden building and has a wooden set of wheels. The well was once more than 50 meters deep and supplied the inhabitants and their livestock with water. It is easy to trace the original agricultural use of the buildings situated on the perimeter of the courtyard. Having been renovated in the 1960s, the building is now used as a hotel. A copy of the well-house was made by Professor Bodo Eckhardt on the orders of Emperor Wilhelm II for his royal castle at Schlettstadt in the Alsace. The Kaiser was a friend of Count Emil von Schlitz. From 1891 on, the German emperor visited Schlitz on eleven occasions. As was usual in those days, he arrived with great fanfare every time and was greeted with great enthusiasm by the inhabitants. At the beginning of the 19th century, a wooden aqueduct provided the water supply to the town. The aqueduct was connected to a water tank (“Kumpf”) at Kumpftreppchen and the old draw well in the marketplace.


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5 Hinterburg


Die Hinterburg, 1493 schon erwähnt, ist in ihrem Ursprung Teil der Schlitzer Stadtbefestigung. Der jetzige dreigeschossige Bau wurde von 1561 bis 1565 errichtet, im Jahre 1647 umgebaut. Diese Jahreszahl ist über dem Haupteingang festgehalten. Der in reinem Renaissancestil ausgeführte Baukörper wird durch prachtvolle Giebel und einen Treppenturm mit achteckigem Fachwerkaufbau geschmückt. Der Fachwerkaufbau ist mit einer welschen Haube versehen. Die Hinterburg, die im Lauf der Geschichte vielfache Verwendung gefunden hat, ist seit 1950 das Hauptgebäude der Graf Görtzischen Stiftung Altersheim. Diese Stiftung hat sich die Betreuung und Pflege älterer Menschen zur Aufgabe gemacht.

Mehrere Um- und Anbauten (z.B. eine katholische Kapelle mit sehenswerter, von den Münchner Werkstätten geschaffener Mosaikwand) haben in den vergangenen Jahrzehnten die Funktionsfähigkeit dieser Einrichtung erhöht, ohne dass dabei der ursprüngliche Charakter der Hinterburg gelitten hätte.

5  Rear Castle (Hinterburg)
The Rear Castle, first mentioned back in 1493, forms part of the Schlitz town fortifications.
The present three-story building was built between 1561 and1565, before being redesigned in 1647. The year of its last building work is inscribed above the main entrance. It has been built in renaissance style with beautifully decorated gables and a stair tower with an octagonal timber-frame. The truss structure is crowned with a typical baroque hood. The rear castle has had a multitude of uses in the course of its history. Since 1950 it has been home to a residential care home (Seniorenstift Burg Schlitz) that was originally a charity founded by the lords of Schlitz for the care and support of the elderly.
The Rear Castle has been renovated several times during the last decades but its original character has always been preserved. One addition has been a Catholic chapel containing an interesting mosaic wall built by Munich craftsmen.


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6 Hinterturm


Der Hinterturm, Bergfried aus dem 14. Jahrhundert, hat eine Höhe von 36 Metern und wurde im Jahr 1906 nach altem Vorbild mit einer Steinhaube versehen. Seit dem 17. Jahrhundert trug er eine barocke Schieferhaube, die den gräflichen Wächtern als Wachstube diente. Der Turm ist heute ein beliebter Aussichtspunkt, den man bequem mit dem Fahrstuhl erreichen kann. Ursprünglich war das Turminnere nur durch einen wahrscheinlich hochklappbaren Steg zu betreten. Unterhalb des früheren Eingangs befanden sich mehrere Verliese, die von der gräflichen Landesherrschaft als Turmgefängnis benutzt wurden. Der heutige Turm wurde in mindestens zwei Bauabschnitten errichtet. Zusammen mit dem Turm der Stadtkirche und dem Turm der Vorderburg bildet er einen Dreiklang, der schon aus weiter Entfernung die charakteristische Silhouette von Schlitz erkennen läßt.

6 Rear Tower (Hinterturm)
The Rear Tower, an old keep, was given its present shape in 1572. The 36 meter high tower was given a traditional stone hood in 1906. Since the 17th century the tower was crowned by a slate baroque dome underneath which the guards of the count were stationed. Nowadays the tower is a popular lookout point and can be easily accessed by lift. Originally, the tower interior could probably only be accessed via a wooden jetty that could be raised or lowered like a drawbridge. Below the wooden bridge there were several dungeons used as jails. The present tower was built over at least two construction phases. Together with the church tower and the tower of the Outer Castle front, it forms a trio that heralds the characteristic skyline of Schlitz from afar.


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7 Wohnbau der Hinterburg


Dieser zum Bergfried gehörige Wohnbau wurde 1553 mit einem rückwärtigen Treppenturm erbaut. Vom Dachstuhl aus führt eine Holzbrücke zum Hinterturm. Das Fachwerkgeschoß wurde 1653 aufgesetzt. Früher diente das Haus als Dienstwohnung gräflicher Beamter und als Rentnerei, es gehört jetzt zur Stiftung Altersheim, die vom Grafen Otto Hartmann von Schlitz und seiner Frau Marta Maria kurz nach dem 2. Weltkrieg zur Betreuung älterer Menschen gegründet wurde.

7  Rear Tower Office Building (Hinterburger Amtshaus)
This building which was part of the old keep was built in 1553 with a stair tower at the rear. The capstone of the entrance portal is most probably a left-over from the previous Rear Castle. A wooden bridge leads from its roof to the rear tower. The half-timbered floor was added in the year 1653. The house now belongs to the Schlitz Castle retirement home - an institution that goes back to a foundation for the care of the elderly set up by Count Otto Hartmann von Schlitz and his wife Martha Maria shortly after WW2.


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8 Schachtenburg


Die Schachtenburg wurde im Jahre 1557 von der Witwe des hessischen Kriegsrates Wilhelm von Schachten, Elisabeth, Tochter des Junkers Werner von Schlitz, erbaut. Sowohl das mit einem Sandsteinstockwerk versehene Südhaus als auch das in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtete Nordhaus gehören nicht zu der alten, aus dem Mittelalter stammenden Stadtbefestigung. Das Portal der Schachtenburg vereinigt nachlebende Spätgotik mit Renaissance - Ornamentik und mit geheimnisvollen Symbolen. Die einfassenden Stäbe des Portals laufen am Scheitel in Ranken aus, die, sich ineinander verschlingend, eine Brezel bilden, als Zeichen der ineinander übergehenden Jahre oder auch als Sinnbild der Unendlichkeit. Die Brezel spielt im Brauchtum des Schlitzerlandes eine große Rolle, ist doch der Pate gehalten, am Neujahrstag dem Patenkind eine Brezel zu überreichen. Auch beim Kirmesumzug in Schlitz wird eine Brezel vorangetragen. Am Sockel des Portals sieht man Zeichen für Liebe, Ehe, Geburt und Tod.




Ein quadratisches Sandsteinrelief rechts neben der Tür trägt die Wappen derer von Schlitz und derer von Schachten. Darüber befindet sich eine Spottmaske, ein sogenannter Breilecker, der wahrscheinlich von einem der alten Schlitzer Stadttore stammt.

Die Schachtenburg ist heute Teil des Graf Görtzischen Altersheims, nachdem sie, vorher als Wohngebäude genutzt, auch eine Kapelle beherbergte, die der damals sehr kleinen katholischen Gemeinde für den Gottesdienst zur Verfügung stand.

In der Schachtenburg befand sich bis zum Jahre 1894 der Sitz des Großherzoglich Hesssischen Amtsgerichts.

8  Schachtenburg Castle
Schachtenburg Castle was built in 1557 by Elisabeth von Schachten, widow of William, the Hesse military adviser, and daughter of the squire Werner von Schlitz. Neither the southern house with its sandstone floor nor the northern house dating back to the first half of the 17th century belong to the old medieval town fortifications. The portal of Schachtenburg Castle combines late Gothic elements with the Renaissance style of architecture. Mysterious symbols are combined with decorative features. The apex of the door frame of the portal is shaped like a pretzel that has no end or beginning. The intertwined loops of the pretzel may symbolize the continuity of time or a sense of infinity. Indeed, the pretzel plays a key role in the folklore of Schlitz and its surrounding area. For example, on New Year’s Day the godparents of Schlitz are obliged to present their godchildren with a pretzel. During the town fete in Schlitz a pretzel is carried at the head of the procession. At the base of the portal one can recognize symbols of love, marriage, birth and death.
A square sandstone relief to the right of the door depicts the coats the arms of the noble families von Schlitz and von Schachten. Above the shield, there is a satirical mask grimacing, locally known as a “Breilecker” (porridge licker). This feature may have originated from one of the old town wall gates. Schachtenburg Castle is now part of Schlitz’s castle retirement home. Originally used as a residence, it later included a small Catholic chapel, allowing the small Catholic community to celebrate mass.


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9 Ottoburg


Die Ottoburg ist ein frühbarockes Schloß, das von 1955 bis 1990 als Jugendherberge diente. Sie ist in zwei Bauabschnitten entstanden und steht auf der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Von den beiden den NO- Teil flankierenden Ecktürmen stammt der kleinere aus alter Zeit. Die ehemalige Stadtmauer ist im Keller des Gebäudes noch gut zu erkennen, im Kellergeschoß befindet sich auch eine steinerne Gedenktafel, die das Baujahr (1653) und den Bauherren (Otto Hartmann von Schlitz, Mitglied der "Fruchtbringenden Gesellschaft") nennt. Ihre heutige Gestalt hat die Ottoburg jedoch erst 1681 durch Otto Hartmanns Sohn, Philipp Friedrich von Schlitz und dessen Gemahlin, Juliane Elisabetha von Minnigerode, erhalten, deren Doppelwappen über dem Barockportal des Haupteingangs zu sehen ist.




Beim Bau der Ottoburg wurden alte Wehrgänge abgerissen und auch ein Teil des Wallgrabens zugeschüttet. Außerdem mussten einige an der Stadtmauer gelegene Häuser abgerissen werden. Dadurch kam es zu erheblichen Spannungen mit der Bürgerschaft, was auch mit den Stadtgerechtsamen und besonders mit den Privilegien zusammenhing, die den Bürgern der Innenstadt zustanden. Als streitbarer Geist erwies sich dabei der Metzger und Ratsherr Stoffel Hachenberg, dessen Namen wir noch an einer Scheune am Grabenberg finden.

Der Ottoburger Linie der Standesherrschaft entstammt der "Held von Rheinfels", Georg Ludwig Sittich von Schlitz, der als Hessen - Kasselischer Generalmajor 1792 die Feste Rheinfels bei St. Goar gegen eine starke Übermacht französischer Truppen erfolgreich verteidigte. In die europäische Geschichte ging auch Georg Heinrich von Görtz (1675-1719) ein, der ebenfalls der Ottoburger Linie entstammt. Als Diplomat war er an vielen europäischen Höfen tätig, zuletzt war er engster Vertrauter und Minister König Karls XII. von Schweden.

Dieser König führte über Jahrzehnte den sogenannten Nordischen Krieg und lag im Streit mit Polen, Rußland, Brandenburg - Preußen und Dänemark. Nachdem er vor Fredrikshald in Norwegen durch eine Kugel den Tod gefunden hatte, wurde Georg Heinrich von Görtz für die völlige Verarmung des Landes verantwortlich gemacht und am 3. März 1719 nach einem politischen Prozeß zu Stockholm enthauptet. Später rehabilitiert, starb mit ihm die Ottoburger Linie der Schlitzer Ganerbengemeinschaft aus. Voltaire, der Georg Heinrich persönlich gekannt hat, setzte ihm in seiner "Geschichte Karls XII." ein unvergängliches Denkmal.

Die Ottoburg diente nach dem 2. Weltkrieg mehreren heimatvertriebenen Familien als Wohnung. Heute befindet sie sich in Privathand.

9  The Ottoburg Palace
The Ottoburg Palace is an early baroque palais that from 1955 to 1990 served as a youth hostel. It was built in two phases and forms part of the medieval town walls. Of the two towers that flank the northeastern part, the smaller one is the oldest. The former town wall is easily recognizable in the basement of the building. There is also a stone plaque down there dating back to 1653, the year of its construction. The building patron is named as Otto Hartmann von Schlitz, a member of the famous “Fruchtbringende Gesellschaft" (Fruitful Society). The Ottoburg only took on its present shape of building in 1681 by Otto Hartmann’s son, Philipp Friedrich von Schlitz and his wife, Juliana Elisabetha von Minnigerode. Their joint baroque coat of arms is displayed over the main entrance to the palace.
During construction of the Ottoburg Palace old battlements were demolished and a part of the moat was filled in. In addition, several houses along the town wall had to be torn down. The controversial move caused tension with the town’s population due to the fact that the burghers of the town center enjoyed certain town rights and privileges.
The Ottoburg line of the noble family produced a military hero: Georg Ludwig Sittich von Schlitz who, in 1792, as Major General in the Hesse-Kassel army successfully defended the fortification Rheinfels against an overwhelming force of the French army. His victory at St Goar earned him the title “the hero of Rheinfels.” Another prominent figure in European history was also Georg Heinrich von Görtz (1675-1719) who also hails from the Ottoburg line. As a diplomat, he was accredited to many European courts. During his later years he was one of the closest aides to King Charles XII of Sweden and served as one of his ministers.
For decades, King Charles waged a long military campaign called the “Nordic War”, a conflict was with Poland, Russia, Brandenburg-Prussia and Denmark. After the monarch had been shot dead in the Norwegian town of Frederikshald, Georg Heinrich von Görtz was blamed for the awful decline of the country. On the 3rd of March 1719 he was beheaded in Stockholm following a political show trial. He was rehabilitated later but with his death his the Ottoburg line had died out. The French philosopher Voltaire knew Georg Heinrich personally and devoted part of his history of King Charles XII to the man from Schlitz.
After WW2 the Ottoburg Palace served as a temporary shelter for German refugees from eastern territories. Today it is privately owned.



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9 a Ehemalige Ottoburger Herrenschenke


Ehemalige Ottoburger Herrenschenke und Wirtshaus der Ottoburg. Nach dem Aussterben der Ottoburger Linie der Herren von Schlitz wurde das Haus im Jahre 1764 vom Rat der Stadt als "neues" Stadtwirtshaus gekauft. Es verfügt über besonders tiefe und geräumige Keller, die man dringend zur Einlagerung des Biers der vortorigen Schankwirte benötigte. Ursprünglich hatten nur die innerhalb des Burgenring behausten Bürger das Recht, Bier zu brauen, einzulagern und auszuschenken. Der Schankberechtigte hatte einen Wisch (Strohbündel als Ausschankzeichen) herauszuhängen, was heute noch in ähnlicher Form bei den Straußwirtschaften in Weingegenden festzustellen ist. 1819 ging das neue Stadtwirtshaus in Privathände über. Seit dieser Zeit besitzt die Stadt kein eigenes Wirtshaus mehr.

9a  Former Ottoburg Tavern
The former Ottoburg tavern and inn of the Ottoburg Palace. After the extinction of the Ottoburg line of the lords of Schlitz, the house was purchased by the town council in 1764. It was designated to be the new town inn. Its cellars are very deep and spacious. This space is urgently needed for the storage of the beer of the town’s innkeepers. Originally, only the citizens who lived inside the castle ring had the right to brew beer, store it and serve it. Those who enjoyed these brewing privileges had to hang a bundle of straw from their building. This tradition still exists today in some of Germany’s wine regions where vintners serve wine. In1819, the new town inn was sold to a private owner. Since then, the town no longer had its own inn.


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9 b Marktbrunnen


Der Marktbrunnen diente früher als Schöpfbrunnen zur Wasserversorgung der Innenstadt. Der Steintrog wurde in seiner jetzigen Form im 16. Jahrhundert erstellt. An seinem oberen Rand kann man noch deutlich die Spuren seiner ursprünglichen Benutzung erkennen. Eisenbänder und Verbleiung wurden im Jahre 1749 angebracht. Später wurden dann die Quellen der Feldflur gefaßt und ihr Wasser durch hölzerne Rohrleitungen in den steinernen Brunnentrog geleitet. Die Rohre waren durch eiserne Manschetten miteinander verbunden.




Die Brunnenfigur St. Georg wurde im Jahr 1930 aufgestellt. Mit ihr hat sich die Familie Färbereibesitzer Schmidt ein Denkmal in ihrer Heimatstadt gesetzt. Eine besondere Beziehung zwischen St. Georg und der Schlitzer Geschichte besteht nicht, die Figur wird in der heimischen Mundart als "Bornschorsch" bezeichnet.

9b  Market Well
The market well was once used as a bucket well to supply water to the town centre. In its present form the stone trough originates in the 16th century. At the top rim you can still see the traces of many years of use. A lead lining and iron bands were attached to the trough in 1749. Later, the water from sources in the fields flowed from wooden pipes into the stone water trough. The pipes were interconnected and held together by iron cuffs.
The statue at the well is that of Saint George and was erected in 1930. The Schmidt family, who run a dye works paid for the figure and have immortalized themselves in the town’s history. There is no real connection between the statue and local history, and the locals refer to the figure as the “Bornschorsch” (“George of the spring”) in their dialect.


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10 Schloß Hallenburg


Die Hallenburg, Schloß und Residenz der Grafen von Schlitz, ehemals befestigtes Hofgut auf dem Flurstück "Hall" gelegen, wurde im 16. Jahrhundert ausgebaut. 1706 - 1712 entstand dann nach den Plänen des französischen Architekten Louis Remy de la Fosse ein neues, spätbarockes Schloß mit Mansardendach.




Seit 1720 war die Hallenburger Linie der Herren von Schlitz alleiniger Besitzer der Landesherrschaft, nachdem die übrigen Linien im Mannesstamm ausgestorben waren. Schloß Hallenburg diente seit dem 18. Jahrhundert der anfangs noch freiherrlichen, später gräflichen Familie als ständiger Wohnsitz. 1755 brannte die Hallenburg aus, wurde wieder instand gesetzt, sie erhielt ihr jetziges Aussehen um 1800 nach einem Umbau durch den Grafen Karl Heinrich, der das Mansardendach beseitigte und ein neues Stockwerk aufsetzte. Im gartenwärts liegenden Saal der Beletage befindet sich eine seltene florale chinesische Panoramatapete aus dem 18. Jahrhundert. 1954 hat Graf Otto Hartmann das Schloß der Stadt geschenkt. Diese richtete dort ein Gymnasium ein, das nach Einführung der Oberstufenreform geschlossen werden musste. Zu Schloß Hallenburg gehört der Schloßpark, der sich nach der Schenkung ebenfalls im Besitz der Stadt Schlitz befindet. Ursprünglich ein Park nach rationalistisch- französischem Vorbild, wurde die heutige Anlage zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach dem Muster englischer Landschaftsgärten grundlegend umgestaltet. Zahlreiche, auch exotische Gehölze wurden damals angepflanzt.

Das zur Hallenburg gehörende Burggut wird nicht mehr landwirtschaftlich genutzt. Die barocken Fachwerkbauten, an denen Prof. Ritgen (vgl. Nr. 21) zum Teil seine Handschrift hinterlassen hat werden heute als Hotel, Veranstaltungs- und Restaurantkomplex genutzt. Die Hallenburg ansich ist Sitz der 1. Hess.  Landesmusikakademie.


10  Hallenburg Palais
The Hallenburg Palais was formerly the palace and residence of the Counts of Schlitz and used to be a fortified estate on the “Hall” grounds. It was then expanded in the 16th century. Between 1706 and 1712 it was turned into a new, late-baroque palace with a mansard roof based on the plans of the French architect Louis Remy de la Fosse.
From 1720 the Hallenburg line in the aristocratic family tree were the only remaining heirs to the estate as all the males had been left childless. For much of the 18th century, the Hallenburg residence served as the seat of the baronial, later the count's family. In 1755, the Hallenburg Palais burned down partially and was later repaired. Its present shape dates from around 1800 when the then Count Karl Heinrich removed the mansard roof and added a new floor. In the ground floor hall facing the garden, a rare Chinese floral wallpaper from the 18th Century can still be admired today. In 1954, Count Otto Hartmann donated the castle to the town. The authorities opened a High School there but were forced to close it in 1977 when a new school system was introduced.
The town then invited the Hessian State Music Academy ("Academy for musical and cultural education") to move into the building which was ready for its new purpose by 2003. The old farm buildings and orangery opposite the palace were converted into a concert hall, a guest house and a restaurant which opened in 2006.
The palais grounds also belong to the town of Schlitz and were donated together with the Hallenberg palace. The gardens originally followed the French rationalist model but were re-designed in the spirit of an English landscape garden at the beginning of the 19th century. Many trees, even exotic ones, were planted during that time.



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11 Rathaus


Das Rathaus zeigt in seinem älteren, verputzten Teil noch spätgotische Formen. Der Steinbau stammt aus dem 16. Jahrhundert. Drei Bogenportale und ein aus dem Jahre 1757 stammender Dachreiter mit Laterne und doppelter Haube heben das Rathaus aus der Menge der übrigen Häuser hervor. Im Rathaus befindet sich das Dienstzimmer des Bürgermeisters und das städtische Verkehrsamt. Der historische Sitzungssaal ist mit den Wappen alteingesessener Schlitzer Bürgerfamilien geschmückt. Die Heraldikforschung in Hessen hatte in dem in den zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts in Schlitz lebenden Oberpfarrer Knodt einen hervorragenden Fachmann zur Verfügung. Über der Eingangstür zum Sitzungszimmer steht in einem Fahnenband "Suchet der Stadt Bestes". Im Keller des Rathauses befindet sich eine Gefängniszelle, die zur vorübergehenden Festsetzung von Übeltätern benutzt wurde. Einen Pranger gab es am Rathaus nicht, dafür aber einen aus starken Holz- oder Eisenstäben bestehenden Käfig, einen sogenannten Triller, in dem die Verurteilten der Öffentlichkeit zur Schau gestellt wurden.

11 Town Hall (Rathaus)
In the older part of the building, the town hall in its present plastered state still displays late gothic traits. The stone building is from the 16th century. Three arched portals, a ridge turret from the year 1757 with a lantern and a double hood make the building stand out from the rest. Inside the town hall there is the mayor’s office as well as the town’s Tourist Information Centre. The historic conference hall is adorned with the heraldic emblems of the grand families of Schlitz. In the 1920s, Pastor Knodt, a senior vicar living in Schlitz, was a well-known authority of the heraldry of the state of Hesse. Over the entrance to the conference room, there is a banner that reads “Strive towards the welfare of the town”. The town hall’s basement was used as a temporary cell for people suspected of crimes. In addition to the pillory at the town hall, convicts were put on display in public in a cage made of wooden and iron bars, the so-called “Triller”


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12 Benderhaus


Das Benderhaus, erbaut um 1600, war ursprünglich als Fruchtboden und Speicherraum der Schlitzer Herrschaft eingerichtet. Wahrscheinlich wurde auch hier ein Teil der Früchte und Abgaben gelagert, die den Herren von Schlitz als Grundherren ihrer 16 Dörfer zustanden. Der Zehnte, der im Schlitzerland bis zum Jahre 1820 erhoben wurde, stand, aufgrund eines vom Frankenkönig Karl dem Großen erlassenen Gesetzes, ursprünglich nur den Klöstern zu. Im Laufe der jahrhundertelangen Bestrebungen nach mehr Selbständigkeit erlangten die fuldischen Lehnsleute immer mehr landesherrschaftliche Rechte ihrer Lehnsherren und nahmen den Zehnten für sich in Anspruch. Auch hier führte die Reformation zu einer rechtlichen Zäsur, die allerdings erst im Westfälischen Frieden, 1648, bestätigt wurde. Im Keller des Benderhauses, das nach dem 2. Weltkrieg in ein Wohngebäude umgewandelt wurde, hat sich in früheren Jahrhunderten eine Faßbinderei befunden, die dem Bau seinen Namen gab.

12  Bender House (Benderhaus)
Bender House, built in 1600, was originally a fruit and general storage facility used by the lords of Schlitz. This was probably the place were a part of the fruit and duties were stored from the 16 villages controlled by the noblemen of Schlitz. The tithe which was paid by the population until 1820 was a tax introduced by the Frankish king Charlemagne, initially only for the benefit of the monasteries. However, in the course the centuries, the vassals from the Fulda region adopted more and more privileges from the country nobility and claimed tithe for themselves. The Reformation also changed the tax laws but it was not until the Peace of Westphalia in 1648 that this change was cemented. After WW2, the basement of the Bender House was converted into a residential building. In previous centuries, it had been a cooperage which gave the building its name.



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13 Brauereihaus


Das Brauereihaus, 1788 erbaut, stellt einen Torbau mit Fachwerk und offenen Steinarkaden dar. Es bildet die historische Einfahrt zur Auerhahn- Brauerei, die 1585 im Schlitzer Stadtteil Sandlofs gegründet wurde (vgl. Nr. 22). An der Stelle des heute als Wohnhaus genutzten Gebäudes stand früher die Schachtenburger Herrenschenke, eine der fünf Herrenschenken der Schlitzer Ganerbengemeinschaft. Nach dem Umbau 1788 wurde die Wirtschaft auch das "neue Wirtshaus" genannt. Es schloß 1876 seine Pforten und wurde danach als

Braumeisterwohnung genutzt. Das Haus besitzt eine schöne Empire - Tür.

13  The Brewery (Brauereihaus)
Built in 1788, the brewery building consists of a half-timbered gateway with stone arcades. It is the historic gatehouse to the “Auerhahn” (wood grouse) brewery, founded in the Sandlofs district of Schlitz in 1585 (see no. 22). On the site of the building which is now used as a residence stood the Schachtenburg Inn, one of five gentlemen’s inns belonging to the diverse branches  of the lords family of Schlitz. After the conversion in 1788, the tavern was then also called the "New Inn". It was closed in 1876 and was subsequently used as the master brewer’s home. The house has a beautiful door in the Empire style.


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14 Ehemaliges Gasthaus Zum Schwarzen Adler


Früher altes Stadtwirtshaus. Dieses musste seit dem frühen 17. Jahrhundert von den Schlitzer Bürgerbrauern im Umlauf des Brauloseverfahrens mit Bier versorgt werden. Dem Erzählen nach soll 1631 der kaiserliche Generalissimus Tilly in dem Haus übernachtet haben, als seine Truppen die hessische Burg Herzberg bei Breitenbach belagerten. 1764 ging das Haus in Privathand über und wurde später Schildwirtshaus "Zum Schwarzen Adler". 1869 - 1882 diente es als Posthalterei.

14 Former Guest House "Zum Schwarzen Adler” (Black Eagle)
Formerly the old town inn. Since the early 17th century this building had to be supplied with beer from the Schlitz burgher brewers who rotatory won their brewing rights by lottery. According to local legend, the German imperial field marshal Tilly spent a night at the guest house in 1631 when his troops occupied the Hessian Herzberg Castle near Breitenbach. In 1764, the house passed into private hands and, as the new “Zum Schwarzen Adler” (Black Eagle), was granted special privileges and served as a coaching inn from 1869 until 1882.




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15 Evangelisches Pfarrhaus


Das evangelische Pfarrhaus, erbaut im Jahre 1610, steht mit seiner Westseite auf der Stadtmauer. Der als Erbauer genannte Pfarrherr Christian Schellenberg musste während der von Fulda ausgehenden Gegenreformation dreimal seine Pfarrstelle verlassen.
Schlitz besaß sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Zeit vier Pfarrstellen, die ihren seelsorgerischen Dienst auch in den verschiedenen Filialgemeinden versahen. Die Inspektur, der auch die Aufsicht über die übrigen Schlitzerländer Pfarreien oblag, hatte in diesem Pfarrhaus ihren Sitz. Deshalb wird das Haus auch heute noch als Oberpfarrhaus bezeichnet.




Die alte Pfarrscheuer von 1647 ist 1926/27 zum Gemeindehaus ausgebaut und 1977 zum evangelischen Gemeindezentrum umgebaut worden. Im Garten des Oberpfarrhauses steht eine von zwei Säulen gebildete Laube, die an das Patrimonialgericht erinnert, wo Klagen gegen Sittlichkeitsvergehen vorgebracht wurden. Die mit einer Rundbank versehene Linde auf dem Platz zwischen Oberpfarrhaus und Kirche wurde zum 400. Geburtstag des Reformators Dr. Martin Luther im Jahre 1884 gepflanzt.

15  Protestant parsonage

The western side of the protestant parsonage, rebuilt in 1610, forms part of the town wall.
During the Counter-Reformation in Fulda, the then protestant pastor and builder, Christian Schellenberg, was forced to abandon his parish on three occasions.
During the era of either Catholic or Protestant pre-dominance Schlitz had four parishes which were responsible for the pastoral services in the outlying communities. The inspectorate which oversaw the remaining communities was headquartered in this building. That is why it is also referred to as the “Main Parsonage”.
The previous building at this site was occupied, from 1580 to 1590, by the eminent theologian and writer Cyriacus Spangenberg who was Schlitz’s chief pastor.
The old parsonage barn, dating back to 1647, was turned into a community centre in 1926/27; later, in 1977, it became the Protestant community centre. In the garden of the main parsonage there is a garden shelter made out of two columns which is reminiscent of the ecclesiastical court where alleged sexual offenses were tried. A bench around a lime tree in the square between the main parsonage and the church was installed in the year 1884 to mark the 400th anniversary of the birth of the protestant reformer, Martin Luther.


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16 Amtsschultheiß – Haus


Das Haus des Amtsschultheißen, in seiner gegenwärtigen Gestalt im Jahr 1786 erbaut, heute Geschäfts- und Wohnhaus der Kartonagenfabrik Kimpel. In dem Haus hatte ehemals der Amtsschultheiß seinen Sitz. Die Herren von Schlitz waren seit dem Mittelalter von der Fuldaer Stiftsherrschaft mit der niederen Gerichtsbarkeit ausgestattet. Sie übten die Patrimonialgerichtsbarkeit aber nicht selbst aus, sondern setzten zur Ausübung der Rechtspflege Gerichtsbeamte ein. Mit dieser Aufgabe war in Schlitz der Amtsschultheiß betraut. Aus der Musterungsliste des Jahres 1807 ist zu ersehen, dass der damalige Amtsschultheiß Adam Weber hieß, der von dem Schreiber Johann Konrad Beck unterstützt wurde. Das Gebäude war schon 1714 in Privatbesitz. Im Zusammenhang mit den anderen umliegenden Gebäuden kann vermerkt werden, dass gegen Ende des 18. Jahrhunderts eine Verlagerung mancher Funktionsgebäude der Gemeinde in die vortorigen Stadtbezirke erfolgte.


16  Official Mayor’s Residence (Amtsschultheiß-Haus)
The house which belonged to the local mayor, Adam Weber, was built in 1786. Today it serves both as business and residence of the Kimpel cardboard factory. The house used to be the official seat of the mayor. Since the middle-ages the lords of Schlitz had the lower and the upper jurisdiction, given to them by the abbot of Fulda. They did not exercise these legal powers themselves but employed civil servants at the courts. In the case of Schlitz, the task was entrusted to the mayor. As early as 1714 the building was in private hands. It is noteworthy that towards the end of the 18th century several office buildings of the community were transferred to the outskirts of Schlitz.
The strange staircase that is in the middle of the pavement today and leads to the main entrance of the building was subject of a long trial around the year 1800.




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17 Hospital Schlitzerland


Das Hospital wurde 1547 von den Brüdern Werner und Friedrich von Schlitz als Armen- und Siechenhaus gestiftet, 1810 wegen Baufälligkeit der alten Gebäude erneuert und mit einem Krankenhaus versehen. Zu der herrschaftlichen Stiftung kamen dann noch eine Suppenküche, eine Strick- und eine Sonntagsschule hinzu, die 1848 gegründete Kleinkinderschule wurde schließlich 1858 angegliedert. Die Straßenfront ist ein Zeugnis klassizistischen Fachwerkbaus. Über der Toreinfahrt ein Johanniterkreuz (Graf Karl war seit 1868 Kommendator des Johanniter-Ordens). Das Hospital Schlitzerland, seit 1864 von Diakonissen des Darmstädter Elisabethenstifts betreut, ist seit 1972 dem Eichhof- Krankenhaus in Lauterbach angeschlossen.




Zwei Abteilungen, für Geriatrie und für Plastische Chirurgie, stehen den Patienten zur Verfügung. Das Krankenhaus wurde seit dem 2. Weltkrieg durch zwei Erweiterungsbauten modernisiert und auf den neuesten medizinisch-technischen Stand gebracht.

17  Schlitzerland Hospital
The Hospital was donated in 1547 by the brothers Friedrich and Werner von Schlitz. In 1810, the dilapidated old buildings were rebuilt and a hospital was added. In addition to the charitable foundation of the lords of Schlitz, a soup kitchen, a knitting and a Sunday school were later added. An infant school that was founded in 1848 was finally incorporated into the Hospital in 1858. The fascia of the building towards the street is a left-over from the classicist open-timber period. Above the doorway there is a cross of St. John (since 1868, Count Karl who was well-known for his world tour of 1844-47 was a Commander of the order of St. John). The Schlitzerland Hospital had been under the supervision of the deaconesses of the Elizabeth Charity of Darmstadt since 1864. From 1972 to 2005 it was connected to the Eichhof Hospital in Lauterbach. Today it operates as a private centre for senior citizens including a nursing and assisted care home. Since WW2 the hospital has been modernized continuously and brought into line with the latest standards of medical technology. The last such big update happened in 2008.



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18 Obertor


Das Obertor bildet den Haupteingang zum Schlitzer Burgenring. Nur durch das Obertor war es möglich, mit Wagen und Gespann in das Innere des Burgenrings zu gelangen. Ursprünglich ist die Obertoranlage mit einer Zugbrücke versehen gewesen. Die frühere Sonnenapotheke, deren Fassade unbedingt wieder der historischen Umgebung angepaßt werden sollte, wurde in die das Tor flankierende Stadtmauer hineingebaut. Die starke Bastion der Vorderburg schützte das Obertor. Hier befand sich vermutlich die schwächste Stelle der Stadtbefestigung, die deshalb besonders geschützt werden musste. Die evangelische Kirchengemeinde ist in die Pfarrbezirke Obertor und Niedertor aufgeteilt. Diese Gliederung entspricht der früheren kommunalen Gliederung. Die Stadt wurde von zwei Bürgermeistern regiert, die sich jahrlich im Vorsitz des Stadtrats ablösten.

18  Upper Gate (Obertor)
The Upper Gate is the main entrance to Schlitz’s ring of castles. Only via the Upper Gate could a horse-drawn carriage enter the interior of the castle ring. The Upper Gate was originally equipped with a drawbridge. The former “Sonnenapotheke” pharmacy was built into the town wall near the Upper Gate. Its fascia still needs to be adapted to match its exterior surroundings. The robust bastion of the outer castle protected the Upper Gate. It was probably the weakest link in the town’s defenses. Therefore it needed additional protection.
The protestant parish is divided in two church districts: the Upper Gate and the Lower Gate.
This division reflects the former communal division of the town. Schlitz was governed by two mayors who took it in turns annually to chair the town council.



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19 Niedertor


Das Niedertor ist der südliche Eingang zum Burgenring. Der jetzt vorhandene Sandsteinbogen wurde 1930 errichtet. Das Gäßchen, das vom Marktplatz aus zum Niedertor führt, hieß früher das Torgäßchen. Das Niedertor war bis etwa gegen 1600 durch zwei starke Söller gesichert, die den Zwinger abschlössen, der den Burgenring in seinem Südteil umschloß. Der vor dem Zwinger befindliche Wallgraben wurde durch den von der Hainbuche an abgeleiteten Sengelbach gespeist. Oberhalb der inneren Zwingermauer bauten die brauberechtigen Burgfleckenbewohner gegen 1300 ein Gemeinschaftsbrauhaus, in dem im Reihelosverfahren Bier gebraut wurde. Nach Abbruch der Niedertorbefestigung wurde 1623 ein neues Stadtbrauhaus in den ehemaligen Zwinger gebaut. Die Gärkeller des alten und des neuen Brauhauses wurden miteinander verbunden und zu diesem Zweck die Stadtmauer durchbrochen. Das für das Bierbrauen notwendige Wasser wurde dem Sengelbach entnommen.


19  The Lower Gate (Niedertor)
The Lower Gate is the southern entrance to the castle ring. The present sandstone arch was erected in 1930. The little alleyway that leads from the market place to the Lower Gate used to be called the “Lower Gate Alleyway” (Torgässchen). Nobody knows what the Lower Gate really looked like prior to 1600. However, one can assume that there was a fortified outer bailey at this place that surrounded the southern segment of the castle ring. After the year 1600, the bailey was modified and partially built on.
The moat that once lay in front of the bailey used to be fed by the diverted Sengelbach stream. The residents who were allowed to brew beer inside the compound behind the bailey built a communal brewery around the year 1300. The beer was brewed in a cooperative system where the brewers had to wait their turn. After the Lower Gate fortification was demolished in the 17th century a new municipal brewery was built on the same site. In 1788 this brewery was abandoned in favour of a more modern building located in Brauhausstraße. This building already closed in 1852 after trade was liberalized. The water that was needed to brew the beer was piped to the brewery from the town well.



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20 Stadtmauer


Der Schlitzer Burgenring war mit einer starken und festen Mauer umgeben, die noch an verschiedenen Stellen zu sehen ist. Die Stadtmauer war mit Wehrgängen und Bastionen versehen. Außerdem umschloß ein mit Wasser gefüllter Wallgraben die äußere Mauer des Burgenrings, der teilweise noch mit einem Zwinger (schmaler, unbebauter Streifen zwischen innerer und äußerer Stadtmauer) umgeben war, welcher heute noch in Teilen erhalten ist. Besonders die beiden Toreingänge, das Obertor und das Niedertor, mussten durch starke Befestigungen geschützt werden. Die Bewohner der Stadt waren in Rotten eingeteilt. Jede Rotte hatte im Belagerungsfalle einen bestimmten Abschnitt der Mauer zu besetzen.

Mit Änderung der Kriegstechnik verloren die Stadtbefestigungen ihre Bedeutung. Die Verleihung des Marktrechts im Rahmen der Stadtrechtsverleihung erforderte mehr Platz in der Innenstadt. Während des 16. Jahrhunderts muss eine radikale Umplanung innerhalb des Burgenrings erfolgt sein. Die ehemaligen, nur der Verteidigung dienenden Burganlagen wurden im Stile der Zeit zu Wohnburgen umgebaut und teilweise mit ihrer Außenmauer auf die Stadtmauer aufgesetzt, wie das auch bei anderen Städten in Deutschland festzustellen ist. Bei diesen Umbauten wurden die alten Wehrgänge fast vollständig abgerissen. Der Hinterburger Söller und das kleine Türmchen am Abgang des Vorderburger Hofes erinnern noch an die ursprünglichen Befestigungsanlagen.


20  Town Wall (Stadtmauer)
Schlitz’s castle ring had been fortified by a robust wall since circa 1265. Remains of the wall can still be seen to this day. It was equipped with battlements and bastions. The outer wall of the castle ring was surrounded by a moat. In some places the town wall was surrounded by an outer bailey where it was at its most vulnerable. This bailey is still intact in some places. Especially the Lower and Upper Gates needed to be defended by fortifications. The inhabitants were split into gangs in case the town was besieged. Each group had to defend a certain segment of the wall.
As warfare became more modern, the strategic significance of town walls was also lost. As the town was giving trading rights more space was needed in the town centre. A radical rethinking of urban planning is thought to have occurred in the course of the 16th century. The former castle buildings that were once exclusively intended for defence were transformed into residential buildings. This was also the case with many other towns in Germany during that era. The old battlements were almost completely demolished in the transformation process. The residential quarters were in some cases blended into the town walls. The rotunda near the Rear Castle (Hinterburg) and the little tower near the Vorderburger Hof, are remnants of the original fortifications.


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21 Berleburg


Ehemals Villa Wittgenstein, erbaut 1859 nach Plänen des renommierten Architekten Hugo von Ritgen, des Restaurators der Wartburg bei Eisenach. Auftraggeber und Bauherr war Prinz Franz von Sayn - Wittgenstein - Berleburg, Schwager des Grafen Karl von Schlitz. Der sich heute in privater Hand befindliche Besitz mit seinen prachtvollen Fachwerkbauten ist ganz im Stile des Historismus gestaltet. Die dem gotischen Stil nachempfundenen Schmuckelemente, Andreaskreuze, Nasenbesatz und Dreipaßeinsätze sind deutlich zu erkennen. Die Berleburg wurde als Forstmeisterwohnung und Alterssitz gräflicher Familienangehöriger genutzt. Sie füngierte in den dreißiger Jahren u.a. als Jugendherberge. Im 2. Weltkrieg waren auch französische Kriegsgefangene darin untergebracht. Der dem Hauptgebäude gegenüberliegende Küchentrakt stand lange Zeit der hauswirtschaftlichen Berufsschule zur Verfügung.

21  Berleburg
The former Villa Wittgenstein was designed by the renowned architect Hugo von Ritgen, the restorer of the Wartburg near Eisenach. The building owner was Prince Franz von Sayn-Wittgenstein-Berleburg, brother-in-law of Count Karl von Schlitz. The property, with its magnificent half-timbered buildings, is entirely constructed in the Historism style and is still in private ownership. The decorative elements, St. Andrew’s crosses and other embellishments, imitating Gothic style, can be easily recognized. Berleburg Castle has been used as accommodation for the forester and as a retirement home for members of the noble family. In the 1930s, it was used as a National Socialist sports school and a Youth Hostel. During WW2 it also housed French POWs. For a long time the kitchen wing opposite the main building was at the disposal of the domestic science college.


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22 Auerhahn - Brauerei


Die Auerhahn- Brauerei wurde 1585 im Schlitzer Stadtteil Sandlofs gegründet. Im 17. Jahrhundert verfügten dann die verschiedenen Zweige der Schlitzer Ganerbenschaft über eigene Braustätten. Nachdem 1720 alle Familienzweige bis auf die Hallenburger Linie erloschen und der Besitz wieder in einer Hand vereinigt war, ließ Friedrich Wilhelm von Schlitz genannt von Görtz 1725 eine neue Zentralbrauerei auf dem Gelände hinter der Bachmühle unterhalb der Schachtenburg bauen. Seine Initialen und das Baujahr zeigt der Türsturzstein über dem Eingang in die sogegannte "Tenne". Von Um- und Neubauten ist noch der Neubau des Brauereihauses 1787- 88 (vgl. Nr. 13) zu nennen. 1967 ging die Brauerei in den Besitz der "Sämmtlichen Riedesel Freiherren zu Eisenbach" über.

Der Name "Auerhahn - Brauerei" ist jung, er dürfte erst kurz vor dem 1. Weltkrieg entstanden sein. Auerhähne galten bis in unser Jahrhundert als begehrte Jagdvögel. Kaiser Wilhelm II. hat deshalb auch wiederholt Schlitz besucht, um hier mit seinem Freund Graf Emil von Schlitz gemeinsam auf die Auerhahnjagd zu gehen. Im Jagdhaus am Eisenberg sind heute noch Schriftzüge des Kaisers zu sehen.

Die "Schlitz - Brauerei" in Milwaukee, U.S.A., hat nichts mit der Stadt Schlitz zu tun, sie trägt ihren Namen nach einem ihrer Besitzer.

22  The Auerhahn Brewery
The Auerhahn Brewery was founded in 1585 in the Sandlofs area of Schlitz. In the 17th century the various branches of the Schlitz family ran their own breweries. After 1720, when all family branches apart from the Hallenburg line had died out and the property was once again under single ownership, Friedrich Wilhelm von Schlitz, named von Görtz, had a new central brewery built in 1725, on ground behind the “Bachmühle” (Brook Mill) below the “Schachtenburg”. His initials and the year of construction are visible on the lintel stone of the entrance to the so-called “Tenne” (barn). Amongst the various building conversions and new buildings the new construction of the “Brauereihaus” (Brewery) 1787 to 1788 (see no. 13) should be mentioned. In 1967, the Brewery was taken over by the „Sämmtlichen Riedesel Freiherren zu Eisenbach“ company. In 1998, the Brewery ceased production.
The name “Auerhahn” (Wood Grouse) Brewery is recent. Presumably, it was given the name just before WW1. The wood grouse was held in high esteem by hunters right up to the present century. The German Emperor William II often visited Schlitz in order to hunt the wood grouse with his friend Graf Emil von Schlitz. In the hunting lodge on the Eisenberg, the Emperor’s writing can still be seen today.
The “Schlitz” Brewery in Milwaukee, USA, has nothing to do with the town of Schlitz. It takes its name from one of its former owners.



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23 Linsengäßchen


Eine enge Gasse, deren straßenseitige Begrenzung ehemals durch den von der Hainbuche abgeleiteten Sengelbach gebildet wurde. Durch die Erweiterung des Gartens der Ottoburg wurde dessen Mauer nahe an die Häuser herangerückt, die wegen des Bachlaufs ihre Eingänge hinten hatten. Das unterschiedliche Niveau zur heutigen Brauhausstraße hin machte es möglich, den Bewohnern beim Begehen des Gäßchens heimlich in die rückwärtigen Räume zu sehen. Heimliches Zuschauen heißt in der Schlitzer Mundart "linsen". Ob das Gäßchen deshalb seinen Namen trägt? Die Behauptung, dass hier im 19. Jahrhundert ausschließlich jüdische Mitbürger wohnten, ist unzutreffend.

23  Linsengäßchen (“Peeping Alley”)
A narrow alleyway whose border towards the road was formed by the redirected Sengelbach. Because of the extension of the “Ottoburg” garden its wall was moved close to the houses which had their entrances to the rear because of the stream. The difference in level towards the present “Brauhausstraße” made it possible for the residents to secretly look into the backrooms while walking along the alleyway. Peeping means “linsen” in the Schlitz dialect. Did the alleyway really get its name in this way? The claim that only Jewish people lived in the area in the 19th century is incorrect.


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24 Judenfriedhof


Der Judenfriedhof ist die Begräbnisstätte der ehemaligen jüdischen Gemeinde von Schlitz "Auf der Quecker Liefe". Er wurde im Jahre 1899 angelegt, die erste Bestattung fand 1901 statt. Als letzter fand Aron Stern, der im KZ Buchenwald umgebracht worden war, 1938 hier seine letzte Ruhestätte.

Der Schlitzer jüdische Friedhof fällt etwas aus dem Rahmen des hessischen Umlands, das zahlreiche historische jüdische Friedhöfe aufzuweisen hat. Die Schlitzer jüdische Gemeinde ist nämlich erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. Dem Friedhof wird auch eine gewisse Pflege zuteil, was nicht ganz der jüdischen Tradition entspricht. Jüdische Friedhöfe sind Sinnbild der Vergänglichkeit alles Lebenden. Deswegen werden auch die meist schmucklosen Einzelgräber nicht gepflegt und eingesunkene Grabhügel nicht neu hergerichtet. Nach jüdischer Religion gibt es keine Begrenzung des Ruherechts der Toten, das unaufhörlich und für alle Zeiten besteht.

24  Jewish Cemetery (Judenfriedhof)
The Jewish Cemetery is the burial ground of the former Jewish community of Schlitz who used to live in „Auf der Quecker Liete“. It was opened in 1899 and the first burial took place in 1901. The last person to be buried here in 1938 was Aron Stern who had been murdered in the Buchenwald concentration camp.
The Jewish cemetery in Schlitz is slightly different from the many other historic Jewish cemeteries in the state of Hesse. The Jewish community in Schlitz was not established until the end of the 19th century. The cemetery is looked after in a way which does not entirely reflect Jewish tradition. Jewish cemeteries are a symbol of the fugacity of life. That is why the mostly simple single graves are usually not tended and the sunken graves are not filled in. According to Jewish faith there is no time limit on the right of occupation of a grave. This right for peaceful rest remains forever. The Comprehensive School which is attended by all children of the wider community of Schlitz has made a pledge to look after the Jewish cemetery. This task serves to remind pupils and teachers of a period of German history when racial blindness and arrogance afflicted the Jewish community in Schlitz. ‘A memorial plaque at the town hall serves as a reminder of this.




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25 Rot - Schilling - Haus


Das Rot - Schilling - Haus wurde zusammen mit dem gegenüberliegenden Gebäude und einer leider im Zuge der Straßenneuführung abgebrochenen Schmiede gegen 1772 von der Familie Schilling erbaut, die als Leineweber und Handelsleute zu den begütertsten Bürgern der Stadt zählten. Diese reiche Familie bestand im 18. und 19. Jahrhundert aus drei Stämmen, den Rot -Schillings, den Blau - Schillings und den Weiß - Schillings (vgl.a. Nr. 2 und Nr. 28). Das Haus ist in Eichenfachwerk ausgeführt, wurde aber wahrscheinlich schon sehr früh mit Verputz und Schindelung versehen. Zeitweise war die Stadtkasse von Schlitz in dem Gebäude untergebracht.

25  Rot-Schilling-Haus
Around 1772, Rot-Schilling-Haus was built by the Schilling family who as linen weavers and merchants were amongst the wealthiest citizens of the town. Sadly, the building opposite and the blacksmith’s forge - built during the same period - were demolished due to road development. The wealthy Schilling family consisted of three branches in the 18th and 19th century: the Red- (Rot), Blue- (Blau) and the White (Weiß)-Schillings (see also no. 2 and no. 28). The house is of a half-timbered oak construction but was probably plastered and tiled with shingle early on. For some time the town treasury was housed in this building.


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26 Judenschule


Judenschule und Synagoge. Die Judengesetzgebung der ehemaligen oberhessischen reichsritterschaftlichen Gebiete war recht unterschiedlich. In der Herrschaft Schlitz durften sich bis zur Aufhebung der Selbständigkeit keine Angehörigen mosaischen Glaubens ansiedeln. Sie hatten aber das Recht, dienstags und donnerstags Handel zu treiben (Schlitzer Handelsverordnung für Juden von 1799). Die ersten in Schlitz wohnhaften Juden waren zwei Metzger in der Hallenburg, die ab 1730 belegt sind. Danach haben sich dann erst wieder ab 1869 Angehörige des mosaischen Glaubens legal in Schlitz angesiedelt. Dies wurde möglich, nachdem nördliche Teile des Großherzogtums Hessen- Darmstadt dem neugegründeten Norddeutschen Bund zugeschlagen und in diesem Zusammenhang eine völlige Gleichstellung von Juden und anderen Bürgern gesetzlich verbrieft worden war. Um die Jahrhundertwende waren die Schlitzer Juden durch Zuwanderung vor allem aus Langenschwarz und Grebenau auf 15 Familien angewachsen. Nachdem Samuel Cahn 1899 das 1830 errichtete Kurmittel- und Badehaus ("Ludwigsbad") erworben hatte, wurde 1900 die Schlitzer jüdische Religionsgemeinde gegründet und in diesem Haus eine bescheidene Synagoge eingerichtet.


26 The Jewish School
Jewish school and synagogue. The laws for Jews in the former region under the rule of the imperial knights in Upper Hesse differed a lot. Up until the end of independence in the region, no members of the Jewish faith were allowed to settle in the domain of Schlitz. However, they had the right to trade on Tuesdays and Thursdays (trade rules for Jews in Schlitz from 1799). As the records show, the first Jews residing in Schlitz from 1730 on were two butchers in the Hallenburg. After that, it was not until 1869 that members of the Jewish faith settled legally in Schlitz. This became possible after the northern territories of the Grand Dukedom of Hesse-Darmstadt were forced to join the North German Federation. Within this historical context the complete equality between Jews and other citizens was guaranteed by law. By the turn of the century, the number of Jews in Schlitz, especially because of migration from Langenschwarz and Grebenau, had increased to 15 families. After Samuel Cahn had bought the Spa building (“Ludwigsbad”) in 1899, the Jewish community was founded in 1900 and this building, erected in 1830, was converted into a modest synagogue.




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27 Gasthaus Zur Rose


Das Gasthaus "Zur Rose", ehemalige Hinterburger Herrenschenke, heute im Besitz der Familien Bernstein - Möver. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts richteten die einzelnen Mitgliederfamilien der Schlitzer Ganerbengemeinschaft unter Umgehung der bürgerlichen Braugerechtsame Herrenschenken in der Stadt ein. Diese wurden gegen einen festen Betrag von 250 Gulden verpachtet und, im Gegensatz zu früheren Gewohnheiten, als gewerbliche Schenken im Dauerbetrieb bewirtschaftet. Die Dörfer der Herrschaft wurden den einzelnen Herrenschenken zugeteilt. Sie wurden dadurch verpflichtet, ihre Ehrengelage wie Hochzeit, Kindtauf und Weinkauf in den jeweiligen Herrenschenken durchzuführen.

Die Hinterburger Herrenschenke bildete insofern eine Besonderheit, als sie weit außerhalb der Ring(Stadt)mauer im Stadtteil Obertor erbaut wurde. Das Gebäude verfügt über besonders gut ausgebaute Gewölbekeller, die zur Einlagerung des Bieres unbedingt benötigt wurden.

27  “The Rose” Inn
„The Rose” Inn, formerly the gentlemen’s tavern in the Rear Castle, is today owned by the Bernstein and Möver families. Towards the end of the 17th century, various distant relatives of the Lords of the Schlitz set up taverns for men, by ignoring civil brewing regulations. These taverns were leased for 250 guilders and, in contrast to earlier traditions, run on a permanent basis. The villages of the domain were allocated one tavern each. In that way, they were bound to hold their special festivities, such as wedding and christening parties as well as the “purchase of wine” (Weinkauf, ancient custom of Schlitz), in their respective taverns.
The gentlemen’s tavern in the Rear Castle represents a peculiarity in so far as it was built far outside the town wall in the “Upper Gate” part of the town. The building possesses an extensive vaulted cellar which was absolutely necessary for storing the beer.


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28 Blau - Schilling - Haus


Das Blau - Schilling - Haus, gegenwärtig Sitz der Schlitzer Volksbank, bildet mit dem schräg gegenüberliegenden Rot - Schilling - Haus (vgl. Nr. 25) und einer leider wegen der heutigen Straßenführung abgerissenen Schmiede mit Scheune eine bauliche Einheit. Das Gebäude, das in verschiedenen Abschnitten errichtet und umgebaut wurde und um 1700 dem herrschaftlichen Rentmeister Merklein gehörte, dürfte seine jetzige Fassadenfront um 1772 erhalten haben. Es wurde 1764 von Johann Philipp Schilling erworben. 1733 geboren, gehörte der Begründer des Blauen Stammes der Familie Schilling zu den vermögendsten Bürgern seiner Zeit in Schlitz. Er war Leineweber -Meister, Ratsherr und auch Bürgermeister in Schlitz. Seine 1827 geborene Urenkelin Dorothea war die Stamm - Mutter der Kochs Erben, \ in denen die Volksbank das Gebäude erworben hat. Von 1877 bis 1898 war im Blau -Schilling - Haus das Schlitzer Postamt untergebracht. Die jugendstilartigen Ornamente über der Tür und im Giebelfeld zeugen wohl von der einst amtlichen Funktion dieses Gebäudes.

28  Blau-Schilling-Haus
Blau-Schilling-Haus, present home of a Schlitz bank (“Volksbank“), forms an architectural unity with the Rot-Schilling-Haus opposite (see no. 25) together with a forge and a barn which were unfortunately demolished because of road development. The house which was erected and reconstructed in various stages probably acquired its present façade around the year 1772. Around 1700 it belonged to Merklein, bursar to the local aristocrat. In 1774, it was purchased by Johann Philipp Schilling. He was born in 1733, and - as the founder of the “blue line” of the Schilling family - was one of the wealthiest people of his time in Schlitz. He was a master linen weaver, town councillor and also mayor of Schlitz. His great-grand-daughter Dorothea, born in 1827, was the ancestor of the Koch family from whom the Volksbank bought their building. The Schlitz post-office occupied the Blau-Schilling-Haus from 1877 to 1898. It is not clear if the Art Nouveau decorations over the door and on the gable have any meaning.


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29 Hohes Haus


Das Hohe Haus wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtet. Es war die Herrenschenke der Vorderburg. Mit der Herrenschenke verbunden war ein in der Nähe liegendes Brauhaus. Ursprünglich hatten die Herren von Schlitz ihr Braulehen verloren, als sie sich 1265 am Aufstand der Fuldaer Lehnsleute beteiligt hatten und dabei von dem streitbaren Abt Bertho von Leibolz besiegt worden waren. Dieser, ein kluger politischer Kopf, hatte die Braugerechtsame innerhalb des Burgenrings den Fleckenbewohnern übertragen. Die Herren von Schlitz konnten sich zwar am Reihenbrauverfahren der Bürgerbrauer im Gemeindebrauhaus beteiligen, aber besondere Privilegien standen ihnen nicht zu. Dieser Rechtszustand änderte sich, als die Schlitzer Herren, auch durch die Reformation begünstigt, mehr Unabhängigkeit von ihren Lehnsherren, den Fürstäbten von Fulda, erlangten. Sie gründeten 1585 in dem Dorf Sandlofs eine eigene Brauerei und sahen in den Schlitzer Bürgerbrauern lästige Konkurrenten. Mit der Errichtung von Herrenschenken innerhalb des Burgenrings zu Beginn des 17. Jahrhunderts griffen sie demonstrativ in die verbrieften Gerechtsame der Bürgerbrauer ein, was einen Höhepunkt in der fast zweihundertjährigen Auseinandersetzung zwischen Herrschaft und Bürgern darstellt.

29  Hohes Haus (“Tall House”)
Hohes Haus („Tall House“) was built in 1660. It was the first gentlemen’s tavern and formed part of the outer bailey. A nearby brewery was connected to the gentlemen’s tavern. Originally, the lords of Schlitz lost their licence to brew beer when, in 1265, they took part in the uprising of the Fulda vassals and were defeated in that conflict by the quarrelsome abbot Bertho von Leibolz. This abbot, a clever and politically astute man, had transferred the brewing rights within the ring of castles to the citizens of Schlitz. The lords of Schlitz were allowed to take their turn in the allocation of the right to brew in the community brewery but they did not have any special privileges. This legal state of affairs changed when the lords of Schlitz, favoured by the Reformation, gained more independence from their lieges, the lord abbots of Fulda. They founded their own brewery in the village of Sandlofs in 1585, and regarded the citizen brewers as unwanted competition. With the setting up of gentlemen’s taverns inside the castle ring at the beginning of the 17th century they demonstratively violated the documented rights of the citizen brewers. This constituted a climax in the almost 200 year old feud between the lieges and the citizens.



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30 Niedertor - Backhaus


Das Niedertor- Backhaus, 1816/17 an dieser Stelle errichtet, heute im Besitz der Firma Horst Sitzmann. Ursprünglich gehörte neben dem Schlachten und Bierbrauen auch das Brotbacken zu den häuslichen Pflichten der Frauen. Es ist anzunehmen, dass sich auch in Schlitz in jedem größeren Haus ein eigener Backofen befunden hat. Später entstanden gewerbliche Bäckereien, die zum Teil im Reihumverfahren backten.

Die Ackerbürger schlössen sich zu Backvereinen zusammen. Nach der hergebrachten kommunalen Gliederung entstanden ein Backverein Nieder- oder Untertor und ein Backverein Obertor. Diese verfügten über eigene Backhäuser, die verpachtet wurden. Das selbst erzeugte Mehl wurde dem jeweiligen Bäcker geliefert, der es gegen Backlohn in Brot verwandelte. Die Höhe des Backlohns beschloß der Backverein, ein Verfahren, das in der Vergangenheit des öfteren zu Streitereien geführt hat und, weil nicht mehr zeitgemäß, in den sechziger Jahren unseres Jahrhunderts eingestellt wurde.

30  Lower Gate Bakery
The Lower Gate bakery was erected on this site between 1816 and 1817 and is now owned by the Horst Sitzmann company. Originally, baking as well as slaughtering and brewing was considered a female household duty. Presumably, every bigger house in Schlitz had its own oven. Later on, commercial bakeries sprang up which partially took it in turns to bake.
The farmers formed a baking cooperative. Following the administrative town structures baking cooperatives were formed at the “Lower Gate” and “Upper Gate”. They had their own bake houses which they leased out. The self-produced flour was delivered to the respective baker who in turn charged a fee for baking. The price for baking was set by the baking cooperative, a process that often led to quarrels in the past. It was discontinued in the 1960s because it was considered outdated.



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31 Obertor - Backhaus


Bis in die sechziger Jahre unseres Jahrhunderts Gemeinschaftsbackhaus des Backvereins Obertor. Die Bäckerei war verpachtet. Die Mitglieder des Backvereins Obertor konnten im Mehlumtauschverfahren gegen einen Backlohn ihr Brot dort backen lassen. Aus Konkurrenzgründen hatten die gewerblichen Bäckereien in der Stadt ebenfalls das Mehlumtauschverfahren eingeführt. Die Mitglieder des Backvereins wurden weitgehend von kleineren Landwirten und Ackerbauern gestellt.

31  Upper Gate Bakery
Until the 1960s, it was the community bakery of the baking cooperative „Upper Gate“. The bakery was leased out. The members of the cooperative were allowed to bake their bread there for a baking fee whilst also providing the flour. For reasons of competition the commercial bakeries in the town also introduced this system. The members of the baking cooperatives were made up of small landowners and arable farmers


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32 Schlitzer Kornbrennerei


Die heutige Schlitzer Kornbrennerei der Hessischen Staatsdomäne Karlshof befindet sich auf dem Gelände eines ehemaligen Schafhofes, der 1620 von Dietrich von Schachten errichtet wurde. Seine Initialen und die Jahreszahl sind über der Tür des schönen Fachwerkhauses zu sehen, in dem heute der Brennmeister wohnt. Dietrich von Schachten ist der Enkel des Schachtenburgerbauers (vgl. Nr. 8), er bekleidete in Schlitz u.a. das Amt des Schultheißen. Auf ihn geht auch der südliche Emporenturm unserer Stadtkirche zurück, der sein Wappen und seinen Namen trägt.

Nachdem der von Schachtensche Besitz 1637 auf die Familie von Görtz übergegangen war, befand sich hier weiter der Vorderburger Schafhof, der 1912 von einer Meierei abgelöst wurde. 1969 kaufte der Hessische Staat das Anwesen zusammen mit dem Vorwerk - Gut "Karlshof" und faßte beide Einrichtungen unter dem eingangs genannten Namen zusammen. Die heutige Schlitzer Kornbrennerei erfreut sich eines guten Rufes und hat schon zahlreiche Auszeichnungen erhalten.
Sie befindet sich heute im Besitz der Stadt Schlitz.

32  The Schlitz Schnaps Distillery
The present day „Schlitz Schnaps and Fruit Spirit Distillery Ltd” is on the site of a former sheep farm which was built by Dietrich von Schachten in 1620. His initials and the date of erection can be seen above the door of the beautiful half-timbered building which, for a long time, used to be the home of the Master Distiller. Dietrich von Schachten was the grandson of the builder of Schachtenburg Castle (see no. 8). Amongst other offices, he held the position of mayor in Schlitz. From him also stems the southern church tower which bears his coat of arms and name.
After the property of the Schachten family had passed on to the von Görtz family in 1637 the Vorderburg sheep farm remained on that site until 1912 when it was replaced by a dairy. In 1969, the state of Hesse purchased the property together with the outlying estate “Karlshof” and amalgamated both establishments under the name of “Schlitzer Kornbrennerei” (Schlitz Schnaps Distilliery). In 2006, ownership passed from the state of Hesse to the town of Schlitz which has been operating the establishments in the form of a limited company. Their products enjoy an excellent reputation and continue to obtain the highest awards.




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